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AG Netzwerke

Netzwerktheorien inspirieren Wissenschaftler ganz verschiedener Disziplinen. Informatiker suchen nach Beschreibungsmöglichkeiten für das Verhalten programmierter Bots bei Facebook und Mathematiker visualisieren Wahrnehmungsmuster chinesischer Schriftzeichen für Tiere in Netzform. Physiker und Ingenieure entwerfen künstliche neuronale Netze basierend auf den biologischen Vorgängen im Gehirn, um effiziente Hard- und Softwarelösungen zu erreichen.

Auch soziologische Theorien über das Zusammenleben der Menschen sind an biologischen und mechanischen Modellen orientiert. Dabei besagt Bruno Latours berühmte Akteur-Netzwerk-Theorie, dass auch unbelebte Dinge Wirkungen ausüben. Das können Maschinen sein – Thema künstliche Intelligenz – oder in der Literatur zum Beispiel Bücher. Sie sind Akteure, indem sie Verbindungen in Netzwerken herstellen. Im Gegensatz zu Latours Ansatz denken viele Literaturhistoriker ausgehend von Biographien. Sie stellen freundschaftliche Verbindungen dar. Das Thema Netzwerke enthält damit die Grundspannung zwischen einem menschenzentrierten und -dezentrierten Denken.

Die Arbeitsgruppe beleuchtet die Strukturen, Auffassungen und Funktionen von Netzwerken in den Anwendungsbereichen Recht, Soziologie, Architektur und kulturelles Erbe, Alte Geschichte, Literaturtheorie, Mathematik, Informatik, Geowissenschaften, Verbundwerkstoffe und -strukturen, Digital Humanities, Physik, Materialwissenschaften, Strukturmechanik und Bauinformatik. Es geht neben der gegenseitigen Inspiration um den wissenschaftstheoretischen Vergleich. Außerdem soll die Funktion von Forschungsnetzwerken analysiert werden.