AWK - Ewige Jugend

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Ewige Jugend

Stell Dir vor Du wachst auf und bist alt: der Traum von der ewigen Jugend ist so alt wie die Menschheit selbst. Die aufgrund des medizinischen und technischen Fortschrittes stetig ansteigende Lebenserwartung nährt bei vielen Menschen die Illusion von ewiger Jugend – doch plötzlich ist man alt und es gilt die Fragen und Anforderungen des Alt-Seins zu meistern. Die interdisziplinäre Betrachtung von „Ewiger Jugend“ und Alter aus sechs verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen (Medizin, Theologie, Rechtswissenschaften, Philosophie, Geschichte und Ingenieurswissenschaften) ist daher Zielsetzung und inhaltlicher Gegenstand der Arbeitsgruppe.

  1. Dass alles irdische Leben endlich ist, liegt in der Natur selbst begründet. Jede Zelle, ja jeder molekulare Baustein unseres Lebens altert und wir dadurch mit ihm. Diese Prozesse zu charakterisieren und vielleicht eines Tages zu modulieren, ist Gegenstand der aktuellen bio-medizinischen Forschung.
  2. Die eigene Endlichkeit wendet den Blick der Menschen auf das, was uns nach dem Tode erwartet. Die Überwindung der irdischen Endlichkeit durch Hoffnung auf Auferstehung und das ewige Leben ist ein zentrales Element der christlichen Weltanschauung und beinhaltet Implikationen für ein Altern in Würde.
  3. Viele Menschen sorgen sich um eben diese Würde im Alter und treffen zu gegebener Zeit juristisch wirksame Entscheidungen für den Moment, in dem sie sich aufgrund der aus ihrem Alter resultierenden Umstände nicht mehr adäquat äußern können. Oft nehmen in diesen Situationen Dritte diese Entscheidungskompetenzen wahr, so dass die Grenzen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung verwischen.
  4. Der wohlmögliche Verlust der geistigen Integrität und Selbstbestimmung im fortgeschrittenen Alter wirft die philosophische Frage auf, ob der Geist schon vor dem Körper aus dem Leben scheiden kann: die Person wäre also schon vor dem Körper entschwunden.
  5. Doch das Alter beinhaltet nicht nur Sorgen um die Endlichkeit, sondern nährt sich auch aus dem erworbenen Erfahrungsschatz, so dass sich die Frage nach Wertung und Wahrnehmung von Alter und Jugend in der Geschichte stellt: war der „Patriarch“ im 17. Jahrhundert gar noch ein Lobeswort für die wenigen Alten, so mag darunter heute der an Einfluss und Macht klebende Gerontokrat verstanden werden. Umgekehrt lässt sich heute zuweilen eine unbegründete Hochwertung von Jugend an sich als „Jugendwahn“ historisieren.
  6. Altersweisheit mit jugendlicher Frische zu verbinden, wäre somit ein Zustand, der für viele Menschen erstrebenswert erscheint. Die Ingenieurswissenschaft versuchen daher im Bereich der Medizintechnik, die mit zunehmendem Alter beeinträchtigten Körperfunktionen durch technische Hilfsmittel zu kompensieren: von der Lesebrille bis hin zur Telemedizin. Anprechpartner ist Roland Reinehr.

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