AWK - Brauner, Christina

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Dr. Christina Brauner

Christina Brauner

Universität Bielefeld
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie
Postfach 10 01 31 | 33501 Bielefeld
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„Wissen kann nur haben, wer Fragen hat.“
Hans-Georg Gadamer, Wahrheit und Methode (1960), S. 371

 

Vita
Christina Brauner (Jahrgang 1989) ist Akademische Rätin (a.Z.) an der Universität Bielefeld. Sie studierte Neuere und Osteuropäische Geschichte sowie Philosophie an der WestfälischenWilhelms-Universität Münster (Magister 2009 mit einer Arbeit zum Münsteraner Täuferreich). Während des Studiums arbeitete sie an der Ausstellung „Spektakel der Macht“ in Kooperation mit dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg mit. Im Anschluss war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin zunächst im Sonderforschungsbereich 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, 800–1800“ (2009–2012), später am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit bei Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (2013–2014) tätig. Ihre Dissertation über interkulturelle Diplomatie in Westafrika hat sie im Juli 2014 abgeschlossen, seit Oktober 2014 arbeitet sie an der Universität Bielefeld.

Forschung
Die Zeit zwischen 1500 und 1800 ist entscheidend für die Entstehung der Moderne, zugleich aber auch überraschend fremdartig für heutige Betrachter. Christina Brauner untersucht daher die Frühe Neuzeit als eine Epoche der Ambivalenz, anhand derer sich ‚moderne‘ Konzepte auf den Prüfstand stellen lassen und Geschichte sich gewissermaßen als ‚Labor‘ menschlicher Erfahrungs- und Handlungsweisen betreiben lässt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Reformationszeit, ein zweites Arbeitsgebiet sind die europäische Expansion und die damit einhergehenden Kulturkontakte. In ihrer Dissertation hat sie für die Küste Westafrikas rekonstruiert, wie sich im 17. und 18. Jahrhundert transkulturelle Praktiken der Interaktion zwischen Europäern und Afrikanern entwickelten. Die Ergebnisse widerlegen gängige Narrative europäischer Dominanz und kultureller Missverständnisse und zeugen von einer oft vergessenen Epoche gemeinsamer Geschichte. Aktuell beschäftigt sie sich zum einen mit Rechtsvielfalt und interkultureller Rechtsprechung, zum anderen mit Werbung und Praktiken des Kaufens und Verkaufens in der Vormoderne.

Ausgewählte Publikationen

  • Kompanien, Könige und caboceers. Interkulturelle Diplomatie an Gold- und Sklavenküste, 17.–18. Jahrhundert (Externa, Bd. 8), Köln u. a. 2015.
  • Ironische Stiche, sarkastische Schnitte. Überlegungen zu einem Konzept der Bildironie am Beispiel der reformationszeitlichen Bildsatire, in: Früh- mittelalterliche Studien 44 (2010), S. 437–459.
  • Ein Schlüssel für zwei Truhen. Diplomatie als interkulturelle Praxis am Beispiel einer westafrikanischen Gesandtschaft nach Frankreich (1670/71), in: Historische Anthropologie 21,2 (2013), S. 199–226. (überarbeitete engl. Fassung online verfügbar: To Be the Key for Two Coffers: A West African Embassy to France (1670/1), in: IFRA e-papers, 2013, URL: http://www.ifra-nigeria.org/IMG/pdf/Key-for-Two-_Coffers.pdf ).