AWK - Blume, Clarissa

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

Dr. Clarissa Blume-Jung (MPhil)

Ruhr-Universität Bochum
Institut für Archäologische Wissenschaften
Am Bergbaumuseum 31 | 44791 Bochum
E-Mail schreiben

 

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
(André Gide)

 

Vita
Clarissa Blume-Jung (Jahrgang 1983) ist Akademische Rätin auf Zeit am Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum. Nach ihrem Studium der Klassischen Archäologie, Christlichen Archäologie und Byzantinischen Kunstgeschichte sowie der Alten Geschichte in Göttingen und Oxford, welches sie mit einem Master of Philosophy mit Auszeichnung abschloss, wurde sie in einer Kooperation der Universitäten Bochum und Heidelberg 2011 über „Die Polychromie hellenistischer Skulptur“ promoviert. Es folgte eine PostDoc-Stelle am inter- disziplinären und internationalen Forschungszentrum EDRIS mit einem Forschungsprojekt zur Sichtbarkeit von Jenseitsvorstellungen am römischen Grab,  bevor sie 2012 die Ratsstelle in Bochum antrat.  Sie übernahm Lehrtätigkeiten an den Universitäten Heidelberg, Göttingen und Bochum, arbeitete für Ausgrabungen in Deutschland, Griechenland und Italien und organisierte verschiedene interdisziplinäre und internationale Projekte sowie Tagungen. Ihr Studium, ihre Forschungsprojekte und Publikationen wurden zum Beispiel von der Gerda Henkel Stiftung, dem Evangelischen Studienwerk Villigst e.V. und der VG-Wort gefördert. Im Wintersemester 2014/15 konnte sie sich während eines sechsmonatigen, vom DAAD geförderten Forschungsauftenhaltes in Rom auf ihr Habilitations-Projekt über die Heterogenität des Bestattungswesens in Rom im 1. und 2. Jh. n. Chr. konzentrieren.

Forschung
Zwei Gebiete bilden den Kern von Clarissa Blume-Jungs aktueller Forschungstätigkeit. Das erste ist die Polychromie antiker Skulpturen und Terrakotten, die sie, anders als es in der bisherigen Forschung üblich war, nicht nur examiniert und rekonstruiert, sondern vor allem auch bezüglich ihres Mehrwerts hinterfragt. Es gelingt ihr, in der Bemalung der Objekte zahlreiche Zusatzinformationen über die dargestellte Figur zu entdecken, die für die richtige Interpretation der Skulptur oder Terrakotte – sowohl für den antiken Betrachter als auch für den Altertumswissenschaftler – essentiell sind. Das zweite Gebiet, dem sie sich zurzeit vor allem widmet, ist das Bestattungswesen des kaiserzeitlichen Roms. Während bislang vor allem reichere Gräber in der Forschung Beachtung fanden, untersucht sie das gesamte Spektrum der extrem heterogenen Bestattungsareale Roms des 1. und 2. Jh. n. Chr. im Blick auf die Struktur und Gestalt der Areale und einzelnen Gräber sowie die Selbstwahrnehmung der dahinterstehenden Gesellschaft. Die Studie basiert auf einer Auswertung archäologischer, anthropologischer und epigraphischer Funde sowie philologischer Quellen und wird durch Methoden aus anderen kulturhistorischen Disziplinen bereichert.

Ausgewählte Publikationen

  • Polychromie hellenistischer Skulptur. Ausführung, Instandhaltung und Botschaften (Petersberg 2015).
  • „The Role of the Stone in the Polychrome Treatment of Hellenistic Sculptures“ in: I. Roda et al. (Hrsg.), Proceedings of the 9th international conference of the Association of the Study of Marble and other Stones in Antiquity, Tarragona 8–13th June 2009 (Tarragona 2012) 754–762.
  • „Fremde“ in Rom. Zur Bestattung von nicht-stadtrömischen und nichtitalischen Personen in der Metropole im 1. und 2. Jh. n. Chr., in: A. Berner – J.-M. Henke – A. Lichtenberger – B. Morstadt – A. Riedel (Hrsg.), Das Mittelmeer und der Tod. Mediterrane Mobilität und Sepulkralkultur (Paderborn 2016) 129-156.
  • „The Interpretation of Hellenistic Terracotta Figurines. A New Approach based on their Polychromy“ in: E. Lafl? – A. Muller (Hrsg.), Figurines de terre cuite en Méditerranée grecque et Romaine. Production, diffusion, iconographie et fonction. Actes du Colloque international d’Izmir Juin, 2007 (im Druck).