AWK - Göttsche, Malte

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Jun.-Prof. Dr. Malte Göttsche

Jun.-Prof. Dr. Malte Göttsche

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen
Graduiertenschule AICES
Schinkelstr. 2a | 52062 Aachen
goettsche@aices.rwth-aachen.de

„Der Wissenschaftler zieht sich oft in den elfenbeinernen Turm der reinen Forschung zuruck, und daß das nicht ausreicht, möchte ich gerade der wissenschaftlichen Jugend sagen.“
Carl Friedrich von Weizsäcker, 1963

Vita
Malte Göttsche (Jahrgang 1986) leitet als Juniorprofessor die Nachwuchsgruppe „Verifikation und Nukleare Abrustung“ an der RWTH Aachen, die er durch ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung 2017 einrichten konnte. Sie ist im III. Physikalischen Institut B sowie der Graduiertenschule AICES angesiedelt. Zuvor forschte er zwei Jahre an der Universität Princeton im „Program on Science and Global Security“ zu Messverfahren, mit denen die Echtheit nuklearer Sprengköpfe verifiziert werden kann. Von 2012 bis 2015 arbeitete er am Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung der Universität Hamburg an seiner Promotionsarbeit zu Neutronenmessungen. Zuvor war er 6 Monate Gastwissenschaftler am Monterey Institute of International Studies (USA). Sein Physikstudium schloss er 2012 in Hamburg ab. Malte Göttsche bringt seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in Öffentlichkeits- und Politikberatung ein, und erscheint daher auch in den Medien.

Forschung
Um die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu forcieren, und Rüstungskontrolle sowie Abrüstung der derzeit uber 14.000 Kernwaffen zu ermöglichen, ist Verifikation unabdingbar, da sie Vertrauensbildung in die Vertragseinhaltung ermöglicht. Malte Göttsche entwickelt Verifikationskonzepte und -techniken, um zukünftigen Herausforderungen zu begegnen, insbesondere um Fortschritte in der nuklearen Abrüstung zu ermöglichen. Der naturwissenschaftlich-technische Fokus seiner Arbeit wird dabei durch politikwissenschaftliche Perspektiven ergänzt. Ein Forschungsschwerpunkt ist die Rekonstruktion von Produktionshistorien von Spaltmaterialien, da derzeitige Schätzungen von Inventaren mit teils großen Unsicherheiten behaftet sind. Da waffenfähige Spaltmaterialien zum Bau neuer Kernwaffen verwendet werden können, ist auch deren Beseitigung für irreversible Abrüstung notwendig. Rückschlüsse können durch Messungen in heute stillgelegten nuklearen Anlagen sowie von radioaktiven Abfällen gewonnen werden.

Ausgewählte Publikationen
Malte Göttsche, Janet Schirm und Alexander Glaser, Low-resolution Gamma-ray Spectrometry for an Information Barrier Based on a Multicriteria Template-Matching Approach, Nuclear Instruments and Methods A 840, 2016, S. 139–144.

Malte Göttsche, Moritz Kütt, Götz Neuneck und Irmgard Niemeyer, Advancing Disarmament Verification Tools: A Task for Europe?, EU Non-Proliferation Papers 47, 2015.

Malte Göttsche und Gerald Kirchner, Measurement Techniques for Warhead Authentication with Attributes: Advantages and Limitations, Science and Global Security 22, 2014, S. 83–110.