Herausgabe des Reallexikons für Antike und Christentum (RAC) und des Jahrbuchs für Antike und Christentum (JbAC)
Vorsitzender der Kommission: Prof. Dr. Ernst Dassmann
Leiter der Arbeitsstelle: Prof. Dr. Georg Schöllgen
Anschrift:
Franz Joseph Dölger-Institut zur Erforschung der Spätantike der Universität Bonn
Oxfordstr. 15
53111 Bonn
Telefon: 02 28 / 73 61 70
Telefax: 02 28 / 73 61 81
E-Mail: racbonn[at]uni-bonn.de
Internet: www.antike-und-christentum.de
Das RAC dient als Hilfsmittel zur Erforschung der Spätantike. Es geht um die Beantwortung der Frage, wie aus der vielschichtigen, keineswegs einheitlichen antiken Kultur, die sich seit hellenistischer Zeit in der Mittelmeerwelt entwickelte, die spätantik-christliche der folgenden Jahrhunderte bis zur frühbyzantinischen und mittelalterlichen Zeit wurde. Oder kurz und programmatisch ausgedrückt: um die "Auseinandersetzung des Christentums mit der antiken Welt". Dabei darf antik- oder hellenistisch-vorchristliche Kultur nicht zu eng gefasst werden. Die griechisch und lateinisch sprechende Welt fällt ebenso darunter wie die in zahlreichen Nationalsprachen sich artikulierenden Hinterländer, vor allem der jüdisch-palästinensische Bereich und die gesamte jüdische Diaspora. Da prinzipiell alles zu berücksichtigen ist, was das Christentum im Osten bis zur arabischen Invasion, im Westen bis zur Zeit Isidors von Sevilla um sich herum vorfand, gilt es sogar, den Mittelmeerraum und seine Randkulturen im weiteren Sinne gelegentlich zu überschreiten, besonders, wenn dort entwickelte Formen des Christlichen auf den Mittelmeerraum zurückgewirkt haben. Konsequenter und umfassender als in der Vergangenheit wird jetzt das frühe Judentum berücksichtigt, die Berücksichtigung der einbezogenen Randkulturen möglichst ausgeweitet. Stärker wird auch die frühbyzantinische Zeit behandelt. In besonders markanten Fällen soll die Rezeption alttestamentlicher und anderer Schriften weiter aufgearbeitet werden.
Das Lexikon soll durch eine knappe, übersichtliche Darstellung informieren. Der den Bearbeitern dadurch aufgezwungene Verzicht auf die ausführliche Diskussion gelehrter Thesen, die Behandlung der Forschungsgeschichte und die Ausbreitung aller erarbeiteten Materialien wird durch ein periodisch erscheinendes "Archiv", das
"Jahrbuch für Antike und Christentum", aufzufangen versucht. Dieses dient auch dazu, durch den Fortgang der Forschung überholte oder veraltete Artikel zu korrigieren, zu ergänzen oder zu aktualisieren.
Das Forschungsprogramm "Antike und Christentum" geht auf den Bonner Kirchengeschichtler Franz Joseph Dölger (1878–1940) zurück. Seine Schüler, allen voran Theodor Klauser (1894–1984), begründeten das Lexikon, dessen erste Lieferung im Kriegsjahr 1941 erschien. 1955 gründete Klauser das nach dem geistigen Vater benannte Institut, das den regelmäßigen Fortgang des Lexikons sicherstellen sollte. 1976 wurde das Institut der Universität Bonn eingegliedert, die Herausgabe von Lexikon und Jahrbuch als "wissenschaftliches Gemeinschaftswerk" von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften in Düsseldorf übernommen.
Vom Lexikon liegen inzwischen neunzehn Bände und ein Supplement-Band vor; das Jahrbuch konnte 2001 im 44. Jahrgang erscheinen.
Über Aufbau und Aufgabe des Instituts sowie die Herausgeber des RAC und die wissenschaftlichen Mitarbeiter informiert umfassend die oben angegebene, neu eingerichtete Internet-Seite des Instituts, die gleichzeitig zahlreiche Recherchemöglichkeiten für Autoren und Benutzer des RAC und eine Linksammlung für alle an der Spätantike Interessierte bietet.






