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Deutsche Inschriften
Auf einen Blick
  • Beginn: 1978
  • Laufzeit: voraussichtlich bis Ende 2015
  • Ziel: Erfassung und Kommentierung deutscher Inschriften in NRW aus den Jahren 500 bis 1650 n. Chr.
  • Leiterin: Prof.'in Dr. Andrea Stieldorf
  • Standort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Informationsbroschüre: ansehen
  • Kontakt: E-Mail schreiben
  • Webseite (extern): besuchen

Deutsche Inschriften

Erforschung mittelalterlicher Inschriften aus NRW

Das Akademievorhaben „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters“ erfasst, kommentiert und editiert die noch erhaltenen oder überlieferten Inschriften des Landes Nordrhein-Westfalen aus den Jahren 500 bis 1650 nach Christus.

Gegenstand des Projekts sind die vom frühen Mittelalter bis 1650 im deutschen Sprachraum entstandenen lateinischen und deutschen Inschriften. Als historische Textzeugnisse sind Inschriften vor allem deshalb von Interesse, weil sie oft sehr authentisch in ihrem ursprünglichen historischen Kontext überliefert sind. Für den genannten Zeitraum bieten die auf dauerhaftem Material wie Stein, Holz, Gold, Silber, Bronze und Glas sowie auf Textilien und Leder angebrachten Texte eine wesentliche Ergänzung der handschriftlichen und gedruckten Überlieferung auf Papier oder Pergament. Von diesen Quellen unterscheidet sich die Mehrzahl der Inschriften durch eine breitere und länger anhaltende öffentliche Wirkung, auf die bereits ihre Konzeption und Ausführung angelegt sind. Dies gilt beispielsweise für Inschriften auf Grabdenkmälern, Glocken, Häusern sowie auf den verschiedenartigen Stücken der Kirchenausstattung wie Altären, Reliquiaren, Kelchen, Opferstöcken, Kanzeln oder Taufbecken.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Edition, die nicht nur die erhaltenen, sondern auch die heute verlorenen, nur noch in älteren Abschriften oder Fotos überlieferten Inschriften berücksichtigt, steht die genaue Wiedergabe der oft schwer zu entziffernden Texte. Damit verbunden ist die Dokumentation der kunstgeschichtlich oftmals bedeutenden Inschriftenträger und eine Beschreibung ihrer originalen Standorte. Daraus entsteht im Idealfall ein komplexes Verständnis von Text und Objekt in Zeit und Raum. Alle fremdsprachigen Texte und auch die Texte älterer deutscher Sprachstufen werden übersetzt; vielfältige Problemstellungen der Inschriften und ihrer Träger werden im Kommentar erörtert. Neben der Präsentation von Texten besteht eine wesentliche Aufgabe des Vorhabens darin, Material für eine Inschriften-Paläografie zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe Datierungen oder Werkstattzusammenhänge anhand der Buchstabenformen rekonstruiert werden können.

Seit 2012 arbeitet das Vorhaben nach einer neu ausgerichteten Gesamtkonzeption. Diese zielt für Deutschland auf ein an thematisch-inhaltlichen Schwerpunkten (wie etwa Reichsstädte, Residenzen und Klosterlandschaften) orientiertes Quellencorpus, welches das in Inschriften überlieferte kulturelle Erbe in einem repräsentativen Querschnitt verfügbar macht.

Die Bände der Reihe „Die deutschen Inschriften“ bieten eine wichtige Quelle für Wissenschaftler aller historischen Fächer, aber auch eine anregende Lektüre für den an Geschichte interessierten Laien. Seit 2009 sind mehr als 40 Bände und Sonderpublikationen auch digital auf Deutsche Inschriften Online in einer durch viele Bilder erweiterten sowie durch Addenda und Corrigenda stetig aktualisierten Fassung verfügbar.

Die Edition der Inschriften erfolgt als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Aus der Arbeit aller Forschungsstellen sind bisher mehr als 100 Bände hervorgegangen.


In der "Düsseldorfer Reihe" erschienene Bände der "Deutschen Inschriften":

Die Inschriften der Stadt Xanten. Gesammelt und bearbeitet von Peter Lez unter Mitarbeit von Helga Giesiepen. (Die Deutschen Inschriften 92 )2017.

Verlagsinformationen

Die Inschriften der Stadt Düsseldorf. Nach der Sammlung und den Vorarbeiten von Katharina Richert, bearbeitet von Ulrike Spengler-Reffgen. (Die Deutschen Inschriften 89) 2016

Verlagsinformationen


Die Inschriften der Stadt Essen, ges. u. bearb. von Sonja Hermann (Die Deutschen Inschriften 81), Wiesbaden 2011. 

Online-Version auf DIO - Deutsche Inschriften Online


Die Inschriften der Stadt Lemgo, nach der Sammlung und den Vorarbeiten von Hans Fuhrmann bearb. von Kristine Weber und Sabine Wehking (Die Deutschen Inschriften 59), Wiesbaden 2004.

Online-Version auf DIO - Deutsche Inschriften Online


Die Inschriften der Stadt Bonn, ges. u. bearb. von Helga Giersiepen (Die Deutschen Inschriften 50), Wiesbaden 2000.

Online-Version auf DIO - Deutsche Inschriften Online 


Die Inschriften der Stadt Minden, ges. u. bearb. von Sabine Wehking (Die Deutschen Inschriften 46), Wiesbaden 1997.

Online-Version auf DIO - Deutsche Inschriften Online 


Die Inschriften der Stadt Aachen, ges. u. bearb. von Helga Giersiepen, Geleitwort von Raymund Kottje (Die Deutschen Inschriften 32), Wiesbaden 1993.

Online-Version auf DIO -  Deutsche Inschriften Online 


Die Inschriften des Aachener Doms, ges. u. bearb. von Helga Giersiepen, Geleitwort von Raymund Kottje (Die Deutschen Inschriften 31), Wiesbaden 1992.

Online-Version auf DIO - Deutsche Inschriften Online

Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1.Juli 2016

Dr. Ulrike Spengler-Reffgen

Seit 1978 erforscht das Akademievorhaben „Die Deutschen Inschriften des Mittel-alters“ die noch erhaltenen oder überlieferten Inschriften des Landes Nordrhein-Westfalen aus den Jahren 500 bis 1650 nach Christus. In einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Stadtmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Reichert-Verlag präsentierte die Bonner Forschungsstelle im Stadtmuseum Düsseldorf das aktuellste Produkt ihrer Forschungsarbeit: den Band „Die Inschriften der Stadt Düsseldorf “. Der als Nummer 89 in der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ erschienene Band umfasst für das Gebiet der heutigen Stadt Düsseldorf die Inschriften aus nachrömischer Zeit bis zum Tod Pfalzgraf Wolfgang Wilhelms im Jahr 1653. Knapp 60 Prozent dieser Inschriften sind vollständig oder teilweise erhalten, die übrigen in Abschriften oder auf Abbildungen überliefert. Prof. Dr. Theo Kölzer, bis Anfang 2016 Projektleiter der Forschungsstelle und die Herausgeberein des Bandes, Dr. Ulrike Spengler-Reffgen, gaben bei der Buchpräsentation spannende Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Diese führte die Forsche-rinnen und Forscher an die unterschiedlichsten Orte Düsseldorfs. In alten Kirchen, vergessenen Kellern oder Grabdenkmälern wurden entsprechende Inschriften gesucht und auf den verschiedensten Gegenständen gefunden. Dies konnten Glocken, Kirchenfenster, Grabplatten, Grabkreuze, liturgische Gewänder oder auch schlichte Gebrauchsgegenstände sein. Ebenso vielfältig wie das Material waren auch die Techniken der Inschriftenherstellung; sie wurden gemeißelt, graviert, in Emaille gegossen oder gestickt. Die Vielfalt der Inschriftenart reichte vom Monogramm bis zum Gedicht, von der ungelenken Kritzelei bis zum sorgfältig gearbeite-ten Kunstwerk. Die Kaiserswerther Königspfalz, die ehemalige Stiftskirche St. Suitbertus sowie die beiden 1688 abgebrochenen Kirchen St. Georg und St. Walburgis sind bzw. waren die Standorte der ältesten Inschriften Düsseldorfs (11./12. Jahrhundert). Zu den bedeutendsten Standorten innerhalb des alten Stadtgebiets zählen die ehemalige Stifts- und Pfarrkirche St. Marien/St. Lambertus, die ehemalige Kreuzherrenkirche sowie die ehemalige Jesuitenkirche St. Andreas. Für diese sind zahlreiche Inschriften mit Bezug zum herzoglichen Hof sowie dem Adel und der bürgerlichen Beamtenschaft in dessen Umfeld, darunter auch die Inschriften fürstlichen Totengedenkens in St. Lambertus und St. Andreas, überliefert. Ein herausragendes Beispiel herzoglicher Memorialkultur stellt das 1599 fertig gestellte Epitaph für Herzog Wilhelm den Reichen von Jülich-Kleve- Berg (†1592) dar. Aufschluss über das herzogliche Selbstverständnis und die zeitgenössische Prachtentfaltung bei Hofe gaben insbesondere die im Zusammenhang mit der Düsseldorfer Fürstenhochzeit von 1585 überlieferten Inschriften. Insgesamt konnten 226 Inschriften im Düsseldorfer Inschriftenband dokumentiert und zugänglich gemacht werden.

Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Dr. Ulrike Spengler-Reffgen - Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf
Dr. Ulrike Spengler-Reffgen - Buchpräsentation: Die Inschriften der Stadt Düsseldorf am 1. Juli 2016 im Stadtmuseum Düsseldorf