AWK - Historiker der Spätantike

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Die Leiter der Forschungsstelle: Prof. Dr. Bruno Bleckmann (links) und Prof. Dr. Markus Stein (rechts)
Auf einen Blick
  • Beginn: 2012
  • Laufzeit: voraussichtlich bis 2026
  • Ziel: Edition, Übersetzung und Kommentierung der kleinen und fragmentarischen Historiker der Spätantike
  • Leiter: Prof. Dr. Bruno Bleckmann/ Prof. Dr. Markus Stein
  • Standort: Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • Kontakt: E-Mail schreiben 
  • Webseite (extern): besuchen

Historiker der Spätantike

Auf den Spuren der Spätantike

Ein Großteil der Quellen, die wir über die Geschichte der Spätantike besitzen, ist verloren und kann allenfalls in Ausschnitten wiedergewonnen werden aus Erwähnungen bei nachfolgenden Autoren, die mitunter ein halbes Jahrtausend später gelebt haben. Dabei ist die Spätantike für die politische und kulturelle Entwicklung Europas von kaum zu überschätzender Bedeutung: In diese Epoche fallen z.B. die hochdramatischen Ereignisse, die man auch in einem breiteren Geschichtsbewusstsein mit den Stichwörtern “Völkerwanderung” oder “Ende des römischen Reiches” verbindet, und es ist die Zeit, in der das Christentum zum einen von einer verfolgten zur Staatsreligion aufsteigt, zum anderen sich das pagane Gedankengut anverwandelt, sodass auch solche Werke der Nachwelt überliefert wurden. Für die spätantike Geschichtsschreibung fehlt eine Sammlung in der Dimension der von Felix Jacoby herausgegebenen Fragmente der griechischen Historiker (FGrHist), sodass man auf sehr lückenhafte und unzureichende ältere Zusammenstellungen angewiesen ist.

Das Forschungsprojekt der “Kleinen und fragmentarischen Historiker der Spätantike” umfasst gut 90 Autoren bzw. anonyme Werke vom 3. bis zum 6. Jahrhundert. Dazu gehören lateinische und griechische Autoren, Profan- und Kirchenhistoriker, fragmentarisch erhaltene und “kleine” Autoren, d.h. solche, die nur selten als selbständige Werke ediert und in Fragmentsammlungen wiederum nicht erfasst werden (z.B. Polemius Silvius und die Chronik von 452), namentlich bekannte Historiker und sicher rekonstruierbare, aber anonyme Geschichtswerke (z.B. die Enmannsche Kaisergeschichte). Die Autoren und Werke werden nicht allein im Originaltext ediert, versehen mit einem über die wichtigsten Lesarten und Konjekturen unterrichtenden kritischen Apparat, sondern sie werden auch mit einer deutschen Übersetzung und einem philologischen sowie historischen Kommentar ausgestattet. In diese verschiedenen Aufgaben teilen sich die Mitwirkenden beider an dem Vorhaben beteiligten Disziplinen, der Alten Geschichte und der Klassischen Philologie.