AWK - Averroes-Latinus-Edition

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Prof. Dr. Andreas Speer, Leiter der Forschungsstelle
Auf einen Blick
  • Beginn: 1984
  • Laufzeit: bis voraussichtlich 2013
  • Ziel: Kritische Edition der ins Lateinische übersetzten Werke des Averroes
  • Leiter: Prof. Dr. Andreas Speer
  • Standort: Universität zu Köln
  • Kontakt: E-Mail schreiben
  • Publikationen: Übersicht ansehen
  • Webseite (extern): besuchen

Averroes Latinus-Edition

Auf den Spuren des großen Aristoteles-Kommentators

Der 1126 in Cordoba geborene arabischsprachige muslimische Rechtsgelehrte und Arzt Ibn Rushd oder Averroes galt seinerzeit als Universalist. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten standen die Werke des Aristoteles, zu denen er eine Vielzahl von Kommentaren zunächst in arabischer Sprache verfasste, die ins Hebräische und seit Beginn des 13. Jahrhunderts auch ins Lateinische übersetzt wurden.

Als der „commentator“ des „philosophus“ wird Averroes zu einem der einflussreichsten Vermittler des Aristoteles. Die Bedeutung der lateinischen Version der Aristoteles-Kommentare des Averroes für die abendländische Philosophie ist kaum zu überschätzen und reicht weit über die Renaissance hinaus. Das seit 1984 bestehende Forschungsvorhaben der Averroes-Latinus-Edition betrifft die lateinischen Übersetzungen der Averroes-Kommentare.

Hierzu gehört nicht nur die Rekonstruktion der Überlieferungsgeschichte, sondern auch eine stete und methodisch reflektierte Bezugnahme auf den arabischen Urtext oder, wo dieser verloren ist, auf parallele arabisch-hebräische Übersetzungen. Gleichzeitig müssen vielfache Wechselbeziehungen berücksichtigt werden. Die Averroes Latinus-Edition hat hier editorische Standards gesetzt. Damit werden der Forschung wichtige Grundlagen der Philosophie des Mittelalters zugänglich gemacht.

Die Arbeiten der Averroes Latinus-Edition sind Teil des internationalen Gesamtprojektes der Averrois Opera unter dem Dach der Union Académique Internationale, das auch den arabischen Originaltext (Averroes Arabicus) und die hebräische Übersetzung (Averroes Hebraicus) umfasst. An dieser Edition arbeiten Wissenschaftler aus acht Staaten Europas, den USA und dem Vorderen Orient bereits seit 1931. Diese Aufgabenstellung ist auch heute noch in weiten Teilen Pionierarbeit; sie stellt besondere Anforderung an die Arbeit hinsichtlich der Komplexität und des zeitlichen Aufwandes.

Das Thomas-Institut der Universität zu Köln ist inzwischen zu einem Zentrum der Averroes-Forschung geworden. Dem trägt der 2010 begonnene Aufbau des Digital Averroes Research Environment (DARE) Rechnung, eines digitalen Forschungsportals, das eine digitale Komplettedition verbunden mit einer bibliographischen und einer Handschriftendatenbank als Grundlage einer interaktiven Forschungsumgebung zum Ziel hat.