AWK - Ludwig der Fromme

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  • Laufzeit: seit 2000; bis 2015
  • Leitung: Prof. Dr. Theo Kölzer
  • Standort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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Ludwig der Fromme

Edition der Urkunden Ludwigs des Frommen

Kaiser Ludwig der Fromme regierte als Nachfolger Karls des Großen von 814 bis 840 das Fränkische Großreich. Mit der erstmaligen kritischen Gesamtedition der Urkunden Ludwigs des Frommen wurde die letzte Lücke in der Editionsreihe der fränkisch‐deutschen Königs‐ und Kaiserurkunden bis zum 12. Jahrhundert geschlossen.

Mehrere hundert Texte mussten dafür bearbeitet und in ihren historischen Kontext eingeordnet werden, was sich angesichts einer äußerst ungünstigen Überlieferungssituation als methodisch besonders schwierig erwies.

Ende 2011 wurde die Edition beendet. Die bis 2015 dauernde Schlusskorrektur wird von der Stiftung der Freunde und Förderer der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste finanziell gefördert.


Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016

v.l.n.r.: Prof. Karl Ubl, Prof Rudolf Schieffer, Prof. Wilfried Hartmann,
Prof. Theo Kölzer, Prof. Marc-Aeilko Aris, Prof. Klaus Rosen, Prof. Matthias Becher

Nicht jeden Tag kann die Akademie das erfolgreiche Ende eines Langzeitfor-schungsprojektes feiern, und so waren alle führenden Fach-Historikererinnen und Historiker am 15.06.2016 nach Düsseldorf gekommen um diesen Tag feierlich zu begehen.Das Ziel des Forschungsvorhabens war es, erstmalig eine kritische Gesamtedition der Urkunden Kaiser Ludwigs des Frommen (814–840), des letzten Herrschers im fränkischen Großreich, zu erstellen. Durch die Edition wurde die letzte Lücke in der Editionsreihe der fränkisch deutschen Königs und Kaiserurkunden bis zum 12. Jh. geschlossen und damit die Basis für weitere und umfassendere diachrone Untersuchungen geschaffen. Prof. Dr. Klaus Rosen (Vorsitzender der Kommission für das Akademienprogramm „Urkunden Ludwigs des Frommen“ und Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris (komm. Präsi-dent der Monumenta Germaniae Historica) eröffneten die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die lange Geschichte der Edition, deren Grundidee bereits aus dem 19. Jahrhundert stammt. Die Edition wurde in den Jahren 1988-1999 von der DFG finanziert und seit 2000 als Projekt der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Rahmen des Akademienprogramms gefördert. Zuvor war seit über 100 Jahren in mehreren Anläufen vergeblich ver-sucht worden, diese Edition zu realisieren. Trotz der wechselhaften Geschichte des Projektes stand am Ende eine gedeihliche Kooperation und lebendige Partnerschaft zwischen allen beteiligten Institutionen, über den erfolgreichen Abschluss des Projektes „freut sich die alte Dame MGH mit dankbar lächelndem Antlitz“, so Prof. Aris.Prof. Dr. Theo Kölzer, unter dessen Leitung die Durchführung am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn erfolgte, ordnete in seinem Vortrag die Bedeutung der Edition ein. Die Editionsarbeit an den 418 Urkunden, 231 Deperdita, 21 Briefe, und 52 „Formulae imperiales“ (in Regestenform) habe sich nicht in reiner Transkription erschöpft, die quellenkritische Arbeit habe auch zahlreiche Fälschungen aufgedeckt. Durch diese Fälschungsnachweise müssten in nicht wenigen Bereichen der Forschung die Diskussion und Interpretation neueröffnen werden. Der auf ein gutes Drittel gesteigerte Fälschungsanteil zwinge zur Revision von mancherlei Urteilen der älteren Forschung, zumal eine Urkunde Ludwigs oft das früheste Zeugnis für ein kirchliches Institut oder für einen Sachver-halt von allgemein-historischer Bedeutung ist. So müssten z.B. die bisherigen Vorstellungen über Zusammensetzung und Arbeitsweise der karolingischen Kanzlei revidiert werden. Die Arbeit an der Edition sei im besten Sinne Grundla-genforschung gewesen, nämlich Forschung, die neue Forschung generiert, so Prof. Kölzer abschließend.Abgerundet wurde die Veranstaltung durch drei Fachvorträge unter der Moderation von Prof. Dr. Matthias Becher. Prof. Dr. Rudolf Schieffer referierte zum Thema „Der Platz Ludwigs des Frommen in der fränkischen Geschichte“, Prof. Dr. Karl Ubl sprach über „Die Stimme des Kaisers. Persönlichkeit und Persona in Dokumenten Ludwigs des Frommen“ und Prof. Dr. Wilfried Hartmann über „Neues zur Entste-hung der sächsischen Bistumsorganisation“.

Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Klaus Rosen - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Klaus Rosen - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Matthias Becher, Bonn - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Matthias Becher, Bonn - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Eine endliche Geschichte: Die Edition der Urkunden Kaiser Ludwigs des Frommen, Prof. Dr. Theo Kölzer, Bonn - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Theo Kölzer, Bonn - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Der Platz Ludwigs des Frommen in der fränkischen Geschichte, Prof. Dr. Rudolf Schieffer, Bonn - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
Prof. Dr. Rudolf Schieffer - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
v.l.n.r.: Prof. Karl Ubl, Prof Rudolf Schieffer, Prof. Wilfried Hartmann,
Prof. Theo Kölzer, Prof. Marc-Aeilko Aris, Prof. Klaus Rosen, Prof. Matthias Becher - Kaiser Ludwig der Fromme († 840) in neuer Sicht. Bilanz und Perspektiven eines Editionsprojekts am 15. Juni 2016
 

Begrüßung

  • Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Grußwort

  • Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris, Komm. Präsident der Monumenta Germaniae Historica, München

Einführung + Moderation

  • Prof. Dr. Matthias Becher, Bonn

Vorträge

  • Eine endliche Geschichte: Die Edition der Urkunden Kaiser Ludwigs des Frommen, Prof. Dr. Theo Kölzer, Bonn
  • Der Platz Ludwigs des Frommen in der fränkischen Geschichte, Prof. Dr. Rudolf Schieffer, Bonn

Pause

  • Die Stimme des Kaisers. Persönlichkeit und Persona in Dokumenten Ludwigs des Frommen, Prof. Dr. Karl Ubl, Köln
  • Neues zur Entstehung der sächsischen Bistumsorganisation, Prof. Dr. Wilfried Hartmann, München