AWK - Detailansicht Presse

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

07.10.2013

Leo Brandt-Vortrag 2013: „Wenn das Öl zur Neige geht: Was treibt die Autos von Morgen an?“

Der Leo Brandt-Vortrag wird in diesem Jahr von Prof. Dr. Ferdi Schüth (Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim a.d.R.) zum Thema „Wenn das Öl zur Neige geht: Was treibt die Autos von Morgen an?“ gehalten. In seinem Vortrag wird Prof. Schüth die unterschiedlichen Möglichkeiten – und grundsätzlich andere Ansätze - zur Befriedigung unseres Mobilitätsbedarfs miteinander vergleichen und hinsichtlich ihrer Realisierungschancen bewerten.

Prof. Dr. Ferdi Schüth

Prof. Dr. Ferdi Schüth

Zum Inhalt des Vortrages:
Mit zurückgehenden Erdölvorräten müssen Alternativen für den Mobilitätssektor gefunden werden. Zudem ist die Verbrennung fossiler Energieressourcen mit Treibhausgasemissionen verbunden, die es zu verringern gilt. Grundsätzlich ist die Herstellung von Kraftstoffen auch aus Kohle oder Gas möglich. Dazu gibt es gut etablierte Verfahren, wie etwa die Fischer-Tropsch-Synthese. Allerdings sind solche Kraftstoffe teils mit noch höheren Kohlendioxidemissionen verbunden als sie bei der Verbrennung von Erdöl-basierten Energieträgern entstehen.
Biomasse-stämmige Kraftstoffe können auf unterschiedlichen Wegen hergestellt werden, etwa aus den Früchten von Pflanzen, wie bei Biodiesel oder Bioethanol der ersten Generation. Besser ist es allerdings, die gesamte Pflanzenmasse zur Kraftstoffherstellung zu nutzen, wie es bei Biokraftstoffen der zweiten oder dritten Generation geschieht. Verschiedene flüssige Energieträger können aber auch unter Nutzung von Wasserstoff synthetisiert werden. Der Wasserstoff seinerseits wird über die elektrolytische Wasserzersetzung unter Nutzung von - idealerweise regenerativ bereitgestellter – elektrischer Energie gewonnen. Der Wasserstoff kann auch direkt als Kraftstoff eingesetzt werden, um einen Brennstoffzellenantrieb mit Energie zu versorgen, wobei jedoch das Speicherproblem zu lösen ist.
Am elegantesten erscheint es, elektrische Energie in Batterien zu speichern und einen vollelektrischen Antrieb zu realisieren. Derzeit sind allerdings die Speicherkapazitäten von Batterien zu gering, um Reichweiten, wie wir sie von Verbrennungsmotoren gewohnt sind, zu erzielen. Es gibt aber Entwicklungspotenzial in diesem Bereich, das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erhebliche Fortschritte erwarten lässt.

 

Programm
Begrüßung (17.00 Uhr)
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt,  Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vortrag

Wenn das Öl zur Neige geht: Was treibt die Autos von morgen an?
Prof. Dr. Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim a.d.R.

 

41. Leo Brandt-Veranstaltung
Zum Gedenken an das Leben und Wirken des Wissenschaftlers und politischen Beamten Leo Brandt, der im Jahre 1971 verstarb, hat die Akademie vor 41 Jahren eine nach ihm benannte Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Leo Brandt setzte sich sowohl als Wissenschaftler wie als Politiker unermüdlich für die Notwendigkeit umfassender Forschungsförderung ein. Als weitsichtiger Forschungsplaner hat er zahlreiche Vereine zur Förderung von Wissenschaft und Forschung gegründet und knapp 170 Schriften herausgegeben. Auf Vorschlag Brandts wurde 1950 die Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet, die zur Keimzelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste werden sollte.