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24.10.2013

Forschungstag des Jungen Kollegs am 25.10.2013

Am 25.10.2013 veranstaltet des Junge Kolleg ab 13:00 Uhr seinen alljählichen Forschungstag. Thema in diesem Jahr: "Vom unendlichen Fortschritt zur Nanosekunde. Wissenschaftliche Betrachtungen unserer Zeit". Interssierte sind herzlich eingeladen.   „Zeit“ ist zugleich ein grundlegender und ein schwer zu explizierender Begriff. Auf die Frage, was Zeit ist, gibt es keine einheitliche Antwort. Vielmehr wird sie in verschiedenen Wissensdisziplinen ganz unterschiedlich gestellt. Dieser Vielfalt geht der Forschungstag des Jungen Kollegs nach: Wie nimmt das Gehirn Zeit wahr, und wie wird Zeit medial konstituiert? Welche Zeitvorstellungen herrschten vor 4000 Jahren oder im 20. Jahrhundert? Lässt sich die Zukunft prognostizieren und was bedeutet Zeit in der Physik?

Augustinus‘ berühmtes Diktum, wenn er nicht gefragt werde, was Zeit sei, wisse er es, wenn er aber danach gefragt werde, könne er es nicht erklären, hat bis heute wenig von seiner Suggestivkraft eingebüßt. Zeit ist zwar eine der grundlegenden Kategorien der menschlichen Wahrnehmung, zugleich aber anscheinend auch eine der am schwierigsten zu fassenden. Es gibt keine privilegierte Wissenschaft, die die Natur der Zeit erforschen könnte. Vielmehr wird die Frage, was Zeit ist, in den verschiedenen Disziplinen ganz unterschiedlich gestellt. Das Junge Kolleg untersucht diese Vielfalt der Ansätze und konzentriert sich dabei vor allem auf zwei Bereiche. Zunächst geht es um Zeiterleben und Zeitwahrnehmung: Was wissen die Neurowissenschaften über die physiologischen Prozesse der Zeitwahrnehmung im Gehirn und was weiß die Altorientalistik darüber, wie die Menschen vor 4000 Jahren ihre Zeit wahrgenommen haben? Wie wird die Zeitwahrnehmung gesteuert, so dass in neunzigminütigen Spielfilmen Jahre und Jahrzehnte zu vergehen scheinen? Der zweite Abschnitt widmet sich der Zukunft und damit einem zentralen Aspekt unserer Zeit: Seit wann gibt es die Idee des menschlichen Fortschritts und wie plausibel ist sie heute? Wie steht es um unsere technischen Möglichkeiten, zukünftige Entwicklungen vorauszusagen, und wie kleinteilig wird die Physik unsere Zeit in der Zukunft zerlegen? Das Ziel des Forschungstags ist also nicht, die Frage des Augustinus endgültig zu beantworten, sondern vielmehr zu zeigen, wie produktiv es ist, sie aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu zu stellen.

Vortragende: PD'in Dr. Dr. Svenja Caspers, Dr. Rüdiger Graf, Dr. Alex Greilich, Bernd Lange, Dr. David P. Schweikard, Dr. Susanne Paulus, Dr. Roger Sauer
Moderation: Prof.‘in Dr. Stefanie Scheu, Prof. Dr. Klaus von Stosch


Programm

Begrüßung 13.00 Uhr

  • Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
  • Dr. David P. Schweikard, Sprecher des Jungen Kollegs

Einführung

  • PD'in Dr. Dr. Svenja Caspers und Dr. Rüdiger Graf, Mitglieder des Jungen Kollegs

Panel I: Zeiterleben und Zeitwahrnehmung

Moderation: Prof. Dr. Klaus von Stosch, ehemaliger Sprecher des Jungen Kollegs (Theologie, Paderborn)

  • Unsere innere und äußere Uhr – Zeitwahrnehmung aus Sicht der Hirnforschung; PD'in Dr. Dr. Svenja Caspers, Junges Kolleg (Hirnforschung, Jülich)
  • Zurück in die Zukunft – Zeiterleben vor 4000 Jahren, Dr. Susanne Paulus, Junges Kolleg (Altorientalistik, Münster)
  • As time goes by – Zeit im Film, Bernd Lange, (Drehbuchautor, Berlin)

Diskussion

Pause 15.00 – 15.30 Uhr

Panel II: Die Zukunft unserer Zeit

Moderation: Prof.‘in Dr. Stefanie Scheu, ehemalige stv. Sprecherin des Jungen Kollegs (Immunologie, Düsseldorf )

  • Tomorrow Never Dies – Die Langlebigkeit des Fortschrittsdenkens im 19. und 20. Jahrhundert, Dr. Rüdiger Graf, Junges Kolleg (Geschichtswissenschaft, Bochum)
  • Der Blick in die Zukunft – Vorhersagbarkeit von Natur und Technik, Dr. Roger Sauer, Junges Kolleg (Mechanik, Aachen)
  • Eine Geschichte der kurzen Zeit, Dr. Alex Greilich, Junges Kolleg (Physik, Dortmund)

Diskussion
Ende: 17.30 Uhr