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16.06.2014

Veranstaltungsreihe Folgen demografischen Wandels: Teil 1 "Bevölkerungsrückgang"

Die demografische Lage in Deutschland spitzt sich zu. In den kommenden 15 Jahren werden sich durch das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge die Anzahl der 20-65 jährigen um 5- 6 Millionen vermindern und diejenige der über 65-jährigen entsprechend vergrößern. Gleichzeitig beginnt die Gesamtbevölkerung zurückzugehen, und dieser Rückgang wird sich ohne eine kontinuierlich hohe Zuwanderung beschleunigen. Dennoch gibt es an deutschen Universitäten kaum Lehrstühle für Bevölkerungswissenschaft, sehr im Unterschied zum Ausland.

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste veranstaltet deshalb eine zweiteilige Vortragsreihe über „Folgen des demografischen Wandels“. Im ersten, dem Bevölkerungsrückgang gewidmeten Teil am 5. Juni wurde hervorgehoben, dass die Folgeprobleme  des demografischen Wandels nicht aus der Zunahme der alten, sondern aus dem Fehlen  junger Menschen resultieren. In Deutschland werden seit 40 Jahren jährlich etwa ein Drittel weniger Kinder geboren, als für den Erhalt der Bevölkerung notwendig wären. Professorin Michaela Kreyenfeld (Max-Planck-Institut für demografische Forschung) führte dies zum einen auf das spätere mittlere Gebäralter der Mütter, zum anderen auf eine zunehmende dauerhafte Kinderlosigkeit bei derzeit etwa 25 % der Frauen zurück. Dr. Rainer Klingholz (Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung) zeigte das schon heute deutliche Schrumpfen ganzer Regionen und schlug Strategien vor, um damit umzugehen. Prof. Franz-Xaver Kaufmann (Universität Bielefeld) diagnostizierte eine sinkende Anpassungsfähigkeit von Staaten bzw. Gesellschaften mit langfristig rückläufiger Bevölkerung, bei gleichzeitig steigenden Anpassungserfordernissen. Und Prof. Johannes Huinink (Universität Bremen) verdeutlichte durch einen Vergleich zwischen deutscher und französischer Politik, dass der größere französische Erfolg im Bereich der Nachwuchsförderung weniger auf höheren Aufwendungen denn auf einer konsequenten problemorientierten Politik und der größeren Anerkennung für Familien beruht.

Der zweite, den Fragen des demografischen Alterns gewidmete Teil der Vortragsreihe findet am 17. Juni in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste statt.