AWK - Detailansicht Presse

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

12.12.2014

Prof. Dr. Stefan Grimme, Mitglied der Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, erhält Leibniz-Preis 2015

Die neuen Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte heute in Bonn acht Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2015 zu. Sie waren zuvor vom zuständigen Nominierungsausschuss aus 136 Vorschlägen ausgewählt worden. Unter ihnen: Prof. Dr. Stefan Grimme (51), Professor für Theoretische Chemie an der Universität Bonn.

Stefan Grimme wird für seine wegweisenden Arbeiten in der theoretischen Chemie mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet, die in idealer Weise Theorie und Anwendung interdisziplinär verbinden. Der Bonner Chemiker beschäftigt sich mit der Entwicklung und dem Einsatz von theoretischen Modellen und Computerprogrammen, mit denen die räumliche Struktur von Molekülen, deren Bindungsverhältnisse und die Verteilung der Elektronen exakt berechnet werden können. Die von Grimme entwickelten Methoden und Computerprogramme sind innerhalb kurzer Zeit zu einem Standard geworden, der weltweit nicht nur in der Chemie zum Einsatz kommt; in gleicher Weise profitieren Biologen, Materialwissenschaftler und Syntheseforscher von den so deutlich erweiterten Anwendungsmöglichkeiten der modernen theoretischen Chemie. Grimmes Forschungsarbeiten sind von einem breiten Interesse und Themenspektrum geprägt, das von der Entwicklung quantenchemischer Methoden zur Bestimmung der absoluten Konfiguration von großen Molekülen und der sogenannten Dichtefunktionaltheorie mit empirischen Korrekturen für Dispersionswechselwirkungen bis hin zur theoretischen Elektronenspektroskopie und Thermochemie reicht. Auf höchstem wissenschaftlichem Niveau durchgeführt und in führenden Journalen publiziert, gehören Grimmes Arbeiten zu den weltweit meistzitierten Arbeiten seines Faches.

1963 in Braunschweig geboren, studierte Stefan Grimme Chemie an der Technischen Universität seiner Heimatstadt, an der er 1991 auch promoviert wurde. Nach mehrjähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent habilitierte er sich 1997 in Bonn bei der Theoretischen Chemikerin Sigrid Peyerimhoff, die für ihre wegweisenden Arbeiten selbst 1989 mit dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet worden war. 2000 übernahm Grimme den Lehrstuhl für Theoretische Organische Chemie an der Universität Münster. 2011 nahm er den Ruf auf die Leitung des renommierten Mulliken Centers für Theoretische Chemie an und kehrte so an die Bonner Universität zurück. 

Quelle: DFG