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20.05.2015

Karl-Arnold-Preis 2015 geht an Dr. Susanne Paulus, Mitglied des Jungen Kollegs

Dr. Susanne Paulus heißt die diesjährige Preisträgerin des mit 10.000 Euro dotierten Karl Arnold-Preises der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Der Preis wurde Ihr am 20.05.2015 im Rahmen der Jahresfeier der Akademie in Düsseldorf verliehen.

v.l.n.r.: Akademiepräsident Hanns Hatt, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, die Preisträgerin Susanne Paulus, Sekretar und Laudator Wolfgang Dieter Lebek

Dr. Susanne Paulus gehört zur Spitze der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Altorientalistik, die derzeit in der Bundesrepublik Deutschland zu finden sind. Ihre Arbeit weist Frau Dr. Paulus als eine hervorragende Philologin und Epigraphikerin aus, die altorientalische Keilschrifttexte größten Schwierigkeitsgrades (unter Einschluss des Sumerischen und anderer Keilschriftsprachen) auf höchstem Niveau zu edieren versteht. Ihre Beiträge zum Verständnis von Geschichte und Kultur des Alten Orients zeichnen sich nicht nur durch ein enorm hohes Reflexionsniveau aus, sondern auch durch ihren interdisziplinären Ansatz aus Altphilologie, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Ihr Schriftenverzeichnis ist für eine Wissenschaftlerin ihres Alters angesichts der Kompliziertheit der altorientalischen Quellenüberlieferung in verschiedenen Keilschriftsprachen bereits jetzt beeindruckend.

Zum Vorstellungsvideo: Die Karl-Arnold-Preisträgerin 2015: Dr. Susanne Paulus

Biographische Informationen
Susanne Paulus (32) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Altertumskunde der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach ihrem Studium der altorientalischen Philologie, Ägyptologie, Vorderasiatischen Altertumskunde  und der Angewandten Kulturwissenschaften, das von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert wurde, wurde sie 2011 mit einer grundlegenden Edition und Studie zu den babylonischen Kudurru-Inschriften promoviert. Die Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis der Philosophischen Fakultät Münster und dem internationalen Preis für Antike Rechtsgeschichte der Universität Innsbruck ausgezeichnet. 2015 erhielt sie den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG, den wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

Forschungsgebiet

Ihre Forschung hat die keilschriftliche Überlieferung Babyloniens (des heutigen Irak) im 2. Jahrtausend v. Chr. zum Inhalt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt einerseits auf der Erschließung von Primärquellen, anderseits auf deren Auswertung unter rechts-, sozial- und kulturhistorischen Gesichtspunkten. Durch Beiträge zur Geschichte, Chronologie und zu den internationalen Beziehungen der bislang wenig beachteten sog. mittelbabylonischen Zeit (1500 –1000 v. Chr.) legt sie eine Grundlage für die weitere Erforschung Babyloniens im genannten Zeitraum. In ihrer Dissertation hat sie sich intensiv mit der Funktion einer besonderen Denkmälergattung und der Rekonstruktion der Eigentumsverhältnisse über einen Zeitraum von 700 Jahren beschäftigt. Daran anschließend bearbeitet sie nun Texte aus verschiedenen Privat- und Verwaltungsarchiven der Kassitenzeit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung der Rechtsüberlieferung (Dokumente, Institutionen und Verfahren) und der Bearbeitung der dazugehörigen, bisher kaum beachteten Quellen. Die Ergebnisse bilden nicht nur eine wichtige Brücke zu besser erforschten Gebieten der mesopotamischen Geschichte, sondern sind vor allem auch für Rechtshistoriker von Bedeutung.

Der Karl Arnold-Preis
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist nach dem ersten NRW-Ministerpräsidenten Karl Arnold benannt und wird von der Stiftung der Freunde und Förderer der Akademie ausgelobt. Der Preis wird jährlich alternierend von einer der Klassen vergeben und im Rahmen der Jahresfeier der Akademie im Mai durch den Präsidenten der Akademie verliehen. In 2015 hatte die Klasse für Geisteswissenschaften das Vorschlagsrecht.