AWK - Detailansicht Presse

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

22.09.2015

Leo Brandt-Vortrag am 07.10.2015: Lesung des Schriftstellers und Georg-Büchner-Preisträgers (2014) Jürgen Becker: „Jetzt die Gegend damals.“

Sein in diesen Wochen erschienenes neues Buch "Jetzt die Gegend damals.", das den Untertitel "Journalroman" trägt und aus dem Jürgen Becker lesen wird, widmet sich Erinnerungsschichten aus der Sicht und dem Erleben des Autors. Elemente deutscher Geschichte und des Alltagslebens der vergangenen acht Jahrzehnte werden zusammengetragen, zum Leben erweckt und einerseits in ihrer Subjektivität belassen, anderseits mit einer Palette von Möglichkeiten versehen, vom Leser in Bezug zu seinem Wissen und seinem Erleben aufgenommen zu werden. Die Kraft, aber auch die Grenzen und Täuschungen von Erinnerung werden exemplarisch verdeutlicht. Das Buch endet mit dem Satz: "An mein Leben denkend, sagt er, und die Erinnerungen daran, fallen mir immer bloß Sätze ein, manchmal nur noch einzelne, manchmal ein paar mehr."

Jürgen Becker: Jetzt die Gegend damals (Copyright Cover: Suhrkamp Verlag)

07.10.2015, 17:00 Uhr

Programm
 
Begrüßung
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Einführung und Moderation
Prof. Dr. Dr. h.c. Peter M. Lynen, Sekretar der Klasse der Künste

Lesung  „Jetzt die Gegend damals.“
Jürgen Becker, Schriftsteller, Köln

Diskussion ca. 18.30 Uhr

Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Empfang ein.

Jürgen Becker, 1932 in Köln geboren und aufgewachsen, lebte in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in Erfurt. Erst 1950 kehrte er nach Köln zurück, machte dort 1953 sein Abitur und begann an der Universität zu Köln ein Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte, welches er aber nach 3 Semestern aufgab.

Bereits in jungen Jahren arbeitete er als freier Schriftsteller. Seinen Lebensunterhalt bestritt er zunächst mit wechselnden Tätigkeiten, bis er Ende der 1950er Jahre zunächst beim Westdeutschen Rundfunk, anschließend in den 1960er Jahren bei den Verlagen Rowohlt und Suhrkamp tätig war. Von 1974 bis 1993 leitete er die Hörspielredaktion im Deutschlandfunk.

Jürgen Becker ist Lyriker, Prosaist und Hörspielautor. In den sechziger Jahren wurde er zunächst als Verfasser experimenteller Literatur bekannt, die die offene Form in Opposition zum herkömmlichen Erzählen ersetzte. Thematisch steht das Thema Landschaft seit je her im Fokus seines Werkes.

Jürgen Becker erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. 1965/66 das Villa Massimo Stipendium, 1967 den Preis der Gruppe 47, 1980 den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste, 1987 den Bremer Literaturpreis und 1995 den Heinrich Böll Preis. Für seinen Roman Aus der Geschichte der Trennungen erhielt er 2001 den Uwe-Johnson-Preis. 2006 wurde er für sein Prosa-Werk, insbesondere den Journalroman Schnee in den Ardennen, mit dem Hermann-Lenz-Preis ausgezeichnet, 2007 erhielt er den Düsseldorfer Literaturpreis, 2009 den Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung. 2014 wurde Jürgen Becker als »maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie« mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.

Jürgen Becker ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, sowie des PEN-Clubs. Seit 2009 ist er Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.