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22.09.2015

Wissenschaftliche Fachtagung: Ein Recht auf Widerstand gegen den Staat? Verteidigung und Kritik des Widerstandsrechts in Politischen Diskursen der Neuzeit

Ziel dieser interdisziplinären Konferenz ist, systematische Analysen und exemplarische historische Studien zu Strategien der Verteidigung und Kritik des Widerstandsrechts zur Diskussion zu stellen. In den Beiträgen werden Positionen zum Widerstandsrecht seitens der Politischen Philosophie des Deutschen Idealismus, im Kontext des Frühkonstitutionalismus und revolutionärer Bewegungen im deutschen Vormärz, der britischen und amerikanischen Rechts- und Sozialphilosophie des 19. Jahrhunderts sowie innerhalb politischer und verfassungsrechtlicher Diskurse des 20. Jahrhunderts bis heute erörtert.

Die Frage, ob Bürger(innen) ein Recht darauf haben, sich gegen staatliche Gewalt zu wehren, spielt in der Entstehung und Legitimierung des neuzeitlichen Verfassungsstaates eine herausragende Rolle. Mit einem solchen Recht wird nicht etwa eine Erlaubnis zur willkürlichen Auflehnung gegen politische Institutionen oder geltendes Recht verbunden, sondern eine in rechtsstaatlichen Grundsätzen verankerte Berechtigung, Prinzipien und institutionelle Handlungen innerhalb des staatlichen Gefüges anzufechten. Umstritten ist vor allem, ob überhaupt und wenn ja, unter welchen Bedingungen Bürger(inne)n Widerstands- und Abwehrrechte einzuräumen sind, wobei dies nicht allein im Rahmen staatstheoretischer Argumentationen, sondern mit Blick auf konkrete gesellschaftliche und politische Gegebenheiten diskutiert wird.

Die zweitägige Tagung (24. -25.09.2015) ist die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes „Zur Rolle des Widerstandsrechts im Politischen Denken des 19. Jahrhunderts“ des Jungen Kollegs (Leiter des Projektes: Dr. David Schweikard).

Programm
Donnerstag, 24. September 2015, 09.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

Vorträge

  • Ziviler Ungehorsam und Widerstand im demokratischen Rechtsstaat − begriffliche und normative Fragen, Prof. Dr. Bernd Ladwig, Politische Theorie, Berlin

Pause 11.00 – 11.15 Uhr

  • Muss Widerstandsrecht eine moralische Grundlage haben?, Prof. Dr. Dean Moyar, Philosophie, Baltimore

Mittagspause 12.30 – 13.45 Uhr

Grußworte

  • Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
  • Dr. Steffen Freitag, stv. Sprecher des Jungen Kollegs

Vorträge

  • Widerstandsrecht zwischen Vernunftstaat und Rechtsstaat, Prof. Dr. Ludwig Siep, Philosophie, Münster

Pause 15.15 – 15.30 Uhr

  • Der unwiderstehliche Weltgeist: Herausforderungen des Widerstandsrechts zwischen Wiener Kongress und Reichsgründung, PD Dr. Georg Eckert, Geschichte, Wuppertal

Pause 16.45 – 17.00 Uhr

  • „Um des Volkes willen“. Protest und Widerstand in den Rechtfertigungsnarrativen von „Männern der Tat“ in Vormärz und Revolution von 1848/49, Prof.’ in Dr. Sabine Freitag, Geschichte, Bamberg


Freitag, 25. September 2015, 9.00 Uhr
Vorträge

  • Das Widerstandsrecht als Grenzfall des Rechts −John Austins Lectures on Jurisprudence (1832), Nadine Mooren, M.A., Philosophie, Münster

Pause 10.15 – 10.30 Uhr

  • Gemeinwohl, Bürgerpflicht und Widerstand – Eine Argumentationsfigur der Politischen Philosophie des Britischen Idealismus, Dr. David P. Schweikard, Philosophie, Münster
  • „The question is not about the weapon, but the spirit in which you use it“ – Thoreau, Arendt und die Frage gewaltsamen Widerstands, Prof. Dr. Robin Celikates, Philosophie, Amsterdam

Mittagspause 13.00 – 14.30 Uhr

  • Widerstandsrecht und wehrhafte Demokratie – eine transatlantische Betrachtung, Prof. Dr. Jan-Werner Müller, Politikwissenschaft, Princeton

Pause 15.45 – 16.00 Uhr

  • Verfassungsrechtliche Fragen des Widerstandsrechts heute, Prof. Dr. Fabian Wittreck, Rechtswissenschaften, Münster

17.15-17.45 Uhr
Abschlussdiskussion, -statements