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27.11.2015

Geisteswissenschaft im Dialog: "Bildung. Zwischen Humanismus und Ökonomie." am 10.12.2015

Geisteswissenschaft im Dialog ist ein Diskussionsforum für aktuelle Fragen aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Ein interdisziplinär besetztes Podium diskutiert im direkten Dialog mit dem Publikum über das, was Wissenschaft und Gesellschaft beschäftigt.   Wilhelm von Humboldt entwarf ein Bildungsideal, das die Vervollkommnung des Menschen in den Mittelpunkt stellte. Es sollte in der Entfaltung der Persönlichkeit münden, ohne dass damit noch ein weiteres, darüber hinausreichendes Ziel intendiert war. Spätestens seit der Bologna-Reform und dem Wunsch, die Berufsfähigkeit bereits nach drei oder vier Jahren durch einen Bachelor zu gewährleisten, ist die Bildungsdiskussion in einer Diskussion über Ausbildung aufgegangen: Die Erlangung eines sicheren Berufes, eines höheren Einkommens und des sozialen Aufstiegs stehen seitdem gänzlich im Mittelpunkt der Bildungsdebatte.

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Der Trend, die „employability“ als Ziel der Bildung zu betrachten, ohne Beachtung der humboldtschen Tradition, ist besonders in den Forderungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu erkennen. Sie empfiehlt die generelle Erhöhung der Akademikerquoten mit dem Hinweis, dass die Arbeitslosenrate unter Akademikern besonders gering sei. Auch die Wirtschaft sieht in der stärkeren Ausrichtung auf die Arbeitsmarktfähigkeit eine positive Entwicklung und begründet dies u. a. mit der immer weiter steigenden Komplexität der Berufe und der internationalen Konkurrenz. Möchte man Europa aber mit anderen Weltregionen vergleichen, muss man auf die unterschiedlichen Ausgangslagen achten. Indien beispielsweise beendet sich in einer ganz anderen wirtschaftlichen und sozialen Lage als Deutschland oder Frankreich. Denn während die meisten europäischen Länder damit zu kämpfen haben, dass Akademiker keinen Beruf ausüben können, der ihrem Bildungsstand entspricht, versuchen Länder wie Indien ihren sehr niedrigen Anteil an Akademikern zu erhöhen. Bildungsziele müssen demnach zwar unter Berücksichtigung des internationalen Vergleichs aber auch der speziellen Bedürfnisse von Gesellschaften formuliert werden.

Generell ist jedoch auch zu fragen, ob die Konzentration auf die Bedürfnisse von Unternehmen förderlich für die gesellschaftliche Entwicklung ist. Ist Bildung tatsächlich mit Berufsfähigkeit gleichzusetzen? Welche Rolle spielen Globalisierung und internationale Vernetzung für diese Fragen? Welche Vor- und welche Nachteile hat das derzeitige Bildungssystem und wie könnte es optimiert werden?

Programm
18:30 Uhr: Begrüßung und Podiumsdiskussion
19:45 Uhr: Oene Diskussion mit dem Publikum
20:15 Uhr: Ende der Podiumsdiskussion

Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Umtrunk und weiteren Gesprächen ein.
Gegen 21:00 Uhr Ende der Veranstaltung.

Podium

  • Prof. Dr. Andreas Gestrich, Deutsches Historisches Institut London, Max Weber Stiftung
  • Prof. Dr. Justus Haucap, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE), Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Universität zu Köln

Moderation: Andrea Lueg, Deutschlandfunk/WDR 5

Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung aufgezeichnet wird. Der Mitschnitt wird als Download auf unserer Homepage angeboten werden. Es ist auch eine Übertragung im Hörfunk vorgesehen.