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15.09.2016

Unbekannte Objekte? Das mittelalterliche Europa und sein Umgang mit fremden Kulturen. Vortrag von Prof. Dr. Andrea Stieldorf am 13.10.2016

Die Vortragsveranstaltung findet im Rahmen der 14. Internationalen Fachtagung für mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik, die vom 12.-14. Oktober 2016 in den Räumlichkeiten der Akademie tagt, statt. Im Rahmen der Fachtagung für mittelalterliche und neuzeitliche Epigraphik stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen Forschungsergebnisse vor, die durch die Auswertung historischer Inschriften gewonnen wurden. Inschriftliche Spuren des Zusammenlebens verschiedener Kulturen werden ebenso beleuchtet wie Beispiele für die bewusste Übernahme „fremder“ oder „exotischer“ Text- und Schriftelemente.

Europa war im Mittelalter kein in sich abgeschlossener Raum, sondern hatte vielfältige Kontakte zu anderen Kulturräumen: Menschen begegneten sich, tauschten Ideen und Konzepte aus, die wahrgenommen, verworfen oder übernommen wurden. So gelangten auf unterschiedlichsten Wegen und über vermittelnde Stationen auch Objekte (Schmuck und Textilien, Münzen, Beschreibstoff e und Bücher, Haushaltswaren, Waffen uvm.) aus dem russischen und byzantinischen Einflussbereich, aus Asien und Afrika nach Lateineuropa. Vermittelt wurden diese durch unterschiedliche Gruppen von Personen: Gelehrte, Kaufleute, Pilger, Missionare, politische Gesandte usw. In dem Vortrag werden kurz Entwicklungslinien nachgezeichnet, etwa der Einfluss der Kreuzzüge und der Asienreisen seit dem 13. Jahrhundert. Zu fragen ist anhand ausgewählter Beispiele nach der Aufnahme von Objekten aus anderen Kulturen, die nach Europa gelangten: wurden sie abgelehnt, wurden sie weiterhin als fremd wahrgenommen, aber genutzt oder lassen sich Prozesse der Aneignung beobachten, so dass man letztlich von Kulturtransfer sprechen kann? Sowohl Ablehnung als auch Adaption werden als Kommunikationsprozesse verstanden, die Rückschlüsse auf die aufnehmende(n) Kultur(en) in Europa zulassen.

Prof. Dr. Andrea Stieldorf studierte Geschichte und Italienisch in Bonn. 1998 wurde sie mit einer Arbeit über „Rheinische Frauensiegel. Studien zur rechtlichen und sozialen Stellung weltlicher Frauen im 13. und 14. Jahrhundert“ promoviert. 2008 habilitierte sie sich an der Universität Bonn mit einer Untersuchung zu „Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung der fränkisch-deutschen Herrscher“. 2010 wurde sie an die Otto-Friedrich Universität Bamberg berufen; seit Oktober 2015 hat sie den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Grundwissenschaften an der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität Bonn inne. Forschungsschwerpunkte: Historische Grundwissenschaften; Politische und Verfassungsgeschichte des Mittelalters; Repräsentation des Adels im hohen und späten Mittelalter; Wissens-und Universitätsgeschichte.

18.00 – ca. 19.00 Uhr

Begrüßung

Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vortrag

  • Unbekannte Objekte? Das mittelalterliche Europa und sein Umgang mit fremden Kulturen, Prof. Dr. Andrea Stieldorf, Bonn