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18.11.2016

Wissen als Risiko. Wissen-schafft den Menschen ab? 8. interdisziplinäres Forum aller Klassen am 18.11.2016 um 15:00 Uhr

Im öffentlichen Diskurs wird seit geraumer Zeit häufig von der ‚Wissensgesellschaft‘ gesprochen, einem Begriff , der zunächst meist mit positiver Aussagekraft versehen wird. Moderne Gesellschaften werden zunehmend durch die Ressource ‚Wissen‘ und dementsprechende Forschungsergebnisse geprägt. Fortschritte für Mensch und Gesellschaft werden nicht zuletzt daran gemessen. Auf der anderen Seite entwickeln wissenschaftliche Resultate aber sowohl Eigendynamiken als auch Befürchtungen und Gefahren.

Letztere bestehen vor allem darin, dass der Mensch als Individuum bedeutsame Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten aus der Hand zu geben scheint. Das Individuum verlässt sich bzw. ist angewiesen auf Vorgaben und Prozesse, die es nicht mehr hinreichend selber zu beherrschen oder zu steuern in der Lage ist. Das mündet in die Frage, inwieweit der Mensch vom Subjekt zum Objekt wissenschaftlicher Forschungen, Entwicklungen und Ergebnissen wird. Welche Schattenseiten hat die schöne, neue Welt? Dem Menschen könnte es wie dem Zauberlehrling gehen: er wird die Geister, die er rief, nicht mehr los. Ob dies so ist und so sein muss, soll in diesem Forum exemplarisch und auch selbstkritisch nachgegangen werden.

Damit stellen sich fächerübergreifend insbesondere die folgenden Fragen: Machen die Wissenschaften den Menschen mehr und mehr überflüssig? Welches Menschenbild lassen wissenschaftsbezogene Prozesse noch zu? Welche individuellen Gestalttungs- und Entscheidungsspielräume werden eingeschränkt, welche eröffnet oder gestärkt? Gibt es unumkehrbare Eigendynamiken und wo muss man derartigen Entwicklungen Grenzen setzen? Können die Künste besondere Akzente setzen?

Die Antworten der Wissenschaften und Künste sind naturgemäß vielfältig und auch ambivalent. Gravierende Schwierigkeiten und zahlreiche Probleme stellen sich, z.B. technisch-anwendungsbezogene, aber auch sozialwissenschaftliche einschließlich juristischer Fragestellungen. Auch ethische und philosophische Ansätze spielen eine tragende Rolle. Welcher Umfang an Verantwortung ist der Freiheit der Wissenschaft inhärent? Im Rahmen des diesjährigen Forums stellten sich je ein Angehöriger der vier Klassen der Akademie und des Jungen Kollegs fachbezogen und exemplarisch solchen Fragen. In einer gemeinsamen Podiumsdiskussion wurden diese Aussagen transdisziplinär aufgegriffen.

Programm

Begrüßung 15.00 Uhr

  • Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Einführung und Moderation

  • Prof. Dr. Peter Lynen, Sekretar der Klasse der Künste und Vorsitzender der AG Foren

Vorträge

Vortrag aus der Klasse für Geisteswissenschaften

  • Wissensordnungen und Wissensproduktion in derGesellschaft des 21. Jahrhunderts, Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Dahrendorf Professur „Theorie der modernen Gesellschaft“, Bonn

Vortrag aus der Klasse der Künste

  • Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit 2.0, Dr. Burkhard Spinnen, Schriftsteller, Münster

Vortrag aus dem Jungen Kolleg

  • Wissen, Wahrheit und Vertrauen – Die Ambivalenz der Kerntechnik, Dr. John Kettler, Institut für Nukleare Entsorgung und Techniktransfer, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, Aachen

Pause ca. 16.45 – 17.00 Uhr

Vortrag aus der Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften

Umsetzung von Wissen durch Generative/Additive Fertigung bzw. „3D-Drucken“, Prof. Dr. Dierk Raabe, Max-Planck Institut für Eisenforschung, Düsseldorf

Vortrag aus der Klasse für Naturwissenschaften und Medizin

  • Risiko von Wissenschaft und Ethik aus Sicht der biomedizinischen Forschung, Prof. Dr. Karl S. Lang, Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Essen

Podium / Diskussion mit allen Vortragenden