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22.03.2018

Die Konjunktur nutzen für Reformen im Euroraum

Es gibt weiterhin dringend zu lösende Probleme: Der Teufelskreis von finanzieller Abhängigkeit zwischen Staaten und ihren Banken ist zum Beispiel noch nicht durchbrochen. Über „Risikoteilung und Marktdisziplin. Ein konstruktiver Vorschlag zur Reform des Euroraums“ hat Prof.’ in Dr. Isabel Schnabel, eine der „Fünf Wirtschaftsweisen“, am 20. März in der Akademie referiert.

Prof. Dr. Isabel Schnabel

Es gibt weiterhin große finanzielle, fiskalische und strukturelle Probleme, daher sollte die jetzige Konjunkturerholung dafür genutzt werden, diese zu lösen. Statt dessen stagniere die Reform des EU-Wirtschaftsraumes seit vier Jahren – keine gute Voraussetzung für die nächste Finanzkrise. Das diagnostizierte Prof.’ in Dr. Isabel Schnabel in ihrem Vortrag „Risikoteilung und Marktdisziplin. Ein konstruktiver Vorschlag zur Reform des Euroraums“. Unter diesem Titel hat die Professorin für Finanzmarktökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gemeinsam mit 13 weiteren renommierten französischen und deutschen Ökonominnen und Ökonomen sechs Reformvorschläge veröffentlicht und den Gremien der Europäischen Union vorgelegt – die sehr großes Interesse bekunden.

In diesem Bericht schlagen die Verfasser zum Beispiel vor, Anreize für Banken zu schaffen, damit diese ihr Portfolio von Staatsanleihen diversifizieren können. Durch eine Eigenkapitalunterlegung und eine gemeinsame Einlagensicherung soll der Teufelskreis finanzieller Abhängigkeit zwischen Staaten und ihren Banken durchbrochen werden. Die Autorengruppe rät beispielsweise ein neues Fiskalsystem an, das Schuldenabbau zum Ziel hat. Auch zu einer geordneten Schuldenrestrukturierung für zahlungsunfähige Länder werden detaillierte Schritte vorgeschlagen. Ein weiterer Reformvorschlag ist die Einführung eines gemeinsamen, von allen Mitgliedsstaaten finanzierten Krisenfonds. Ein besonderes Anliegen ist den Wirtschaftsexperten die Schaffung eines sicheren Wertpapiers als Alternative zu nationalen Staatsanleihen sowie die Reform der institutionellen Architektur des Euroraums.

Die Finanz- und Wirtschaftsexpertin Isabel Schnabel ist seit 2014 Mitglied des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ – auch bekannt unter dem Namen „Die fünf Wirtschaftsweisen“.

Informationen über die Referentin Isabel Schnabel.
Der Bericht über die Reformvorschläge.