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08.05.2018

Ausstellung in der Akademie

Akademie-Mitglied Prof. Jürgen Klauke zeigt Zeichnungen und Fotoarbeiten aus seinem Werk. „KörperzeichenZeichenkörper“ ist der Titel der Ausstellung, die am 2. Mai eröffnet wurde und bis zum 14. Juni im Foyer der Akademie zu sehen ist: montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr.

Der freischaffende Künstler Jürgen Klauke - ordentliches Akademie-Mitglied seit 2013 –ist bekannt als einer der markantesten Vertreter der Body Art. Als Pionier der inszenierten Fotografie und Performance-Kunst hat sich der zweimalige Teilnehmer an der Documenta Kassel einen Namen gemacht. Auch mit der Zeichnung beschäftigt er sich seit Jahren intensiv. Die Ausstellung zeigt seine zeichnerische Auseinandersetzung mit den Aphorismen von Emil M. Cioran und Antonio Porchia. Daraus sind Zeichnungen in zwei Zyklen entstanden: „Entlang der Cioran-Linien“ und „Voces/Stimmen“. Neben den Zeichnungen sind auch große Fotoarbeiten von ihm und zwei Videofilme über seine künstlerische Arbeit zu sehen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter M. Lynen, Sekretar der Klasse der Künste, stellte den Künstler bei seiner Begrüßung zur Ausstellungseröffnung mit besonderem Blick auf dessen Jahrgang vor. Als 1943 Geborener gehört Jürgen Klauke zur Generation der“68er“, deren 50jähriges Jubiläum zur Zeit gefeiert wird. Leider werde hauptsächlich an die politischen Aktivisten erinnert, stellte der Vizepräsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste bedauernd fest, weniger an die damaligen jungen Menschen, die einer aufrüttelnden Jugendkultur angehörten – wie Jürgen Klauke. Mit seinen performativen Darstellungen, in denen er seinen eigenen Körper „als unmittelbaren Ausdrucksträger künstlerischer Vorstellungen“ einsetzte, wie es Klaus Honnef formulierte, erweiterte Jürgen Klauke seit den 1970er Jahren die Fülle der zeitgenössischen Darstellungskunst.

Prof.’ in Dr. Ulli Seegers vom Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf führte in die Ausstellung ein. In ihrem Vortrag „Zum zeichnerischen Werk von Jürgen Klauke“ stellte die Professorin für Kunstvermittlung und Kunstmanagement den bedeutenden Kunsttheoretiker des 19 Jahrhunderts, Konrad Fiedler, als Basis für die Betrachtung von Jürgen Klaukes Werken vor. Dieser hatte 1887 in seiner wohl wichtigsten Schrift „Über den Ursprung der künstlerischen Tätigkeit“ die Rolle des Kunstwerkes für die Erkenntnis von Welt ganz neu definiert. Jürgen Klaukes Zeichnungen offenbaren aus der Grunderfahrung des Paradoxen heraus und durch das Ausreizen von Grenzerfahrungen – auch physischen – das Eigentliche der Existenz.

 

Die Ausstellung „KörperzeichenZeichenkörper“ ist bis zum 14. Juni im Foyer der Akademie zu sehen: montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr.