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29.08.2018

„Platt sprechen“ für den Dialektatlas

Das Forschungsvorhaben der Akademie „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland“, Standort Universität Paderborn, hat durch einen Pressetermin neue Interviewpartner/innen gewinnen können. Dialekt sprechende Menschen sind unverzichtbar für die Datenerhebungen des Forschungsprojektes, das an insgesamt vier Standorten angesiedelt ist. Nach lokalen Zeitungsberichten meldeten sich zahlreiche Interessenten, von denen viele die Kriterien als Dialektsprecher/innen erfüllen.

Abb.: DMW Forschungsstelle Paderborn

„Diese Menschen müssen verschiedene Voraussetzungen mitbringen“, erklärt Dr. Nadine Wallmeier, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle an der Universität Paderborn, „zum Beispiel dürfen sie nicht lange von ihrem Heimatort entfernt gewohnt haben.“ Das Pressegespräch wurde gemeinsam mit dem Museumsleiter Heinrich Rust im Heimathaus Levern veranstaltet. Mit dabei waren auch einige Dialektsprecher/innen, die zuvor bereits Interviews für den Sprachatlas gegeben hatten: Sie wollten sich damit für den Erhalt ihres Dialektes einsetzen. „Ett is wichtig, datt wie datt behoalt, use plattdütske Sprauke“, wird Heinrich Rust im Wittlager Kreisblatt zitiert, „düsse Abäit häve mer Uppmerksamkäit vodäint.“

Die neuen Interviewpartner/innen werden demnächst von den Paderborner Forscher/innen zu Hause aufgesucht und in zwei- bis vierstündigen Gesprächen anhand eines Fragebuches zu ihren niederdeutschen Ausdrücken befragt. Die Linguisten des Dialektatlas sprechen nicht von „Plattdeutsch“ – wissenschaftlich heißt es „Niederdeutsch“. Mithilfe von Fotos, Videos und Lückentexten können sie ihre Dialektbegriffe aus Lebensumfeld und Alltag nennen.

Seit zwei Jahren bis voraussichtlich 2032 wird das Forschungsvorhaben „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland - DMW“ von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Rahmen des Akademienprogramms des Bundes und der Länder gefördert. Das Vorhaben ist an vier Standorten angesiedelt: an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Universität Paderborn und der Universität Siegen.

Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben: hier

Wittlager Kreisblatt vom 3. August 2018