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12.11.2018

Akademien: Artenvielfalt mit Sofortmaßnahmen schützen

Die anstehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik sollte genutzt werden, um sofortige Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu finanzieren. Diese und weitere Handlungsoptionen hat die Akadamien-Arbeitsgruppe „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung formuliert. Verfasser sind die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften – deren Mitglied die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist –, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und acatech-Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

Die biologische Vielfalt ist in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren stark zurückgegangen, deshalb empfiehlt die Arbeitsgruppe neben Reformen auf europäischer Ebene, die Kreise und Kommunen auf lokaler Ebene stärker bei dem Schutz des Artenreichtums zu unterstützen. Auch der Handel könnte einen Beitrag leisten, indem etwa Produkte aus biodiversitätsfreundlicher Produktion gekennzeichnet werden.

In der gemeinsamen Pressemitteilung heißt es: „Die Ursachen des Artenrückgangs sind vielfältig: Unter anderem schaden die Zunahme bewirtschafteter Ackerbauflächen, die vorbeugende und flächendeckende Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung und die sinkende Strukturvielfalt der Landschaft der Biodiversität. In Deutschland gibt es – anders als in anderen europäischen Ländern – kein offizielles und landesweit einheitliches Monitoring der biologischen Vielfalt. Entsprechend setzt sich das Bild vom Zustand der Biodiversität in Deutschland aus sehr vielen Quellen mit verschiedenen Standards und Methoden zusammen. Dies führt zu Kontroversen über Umfang und Ursachen des Phänomens Artenrückgang. Trotzdem lässt sich laut der Kurz-Stellungnahme ein starker Artenrückgang in Deutschland in den letzten 25 Jahren deutlich belegen. Dies gilt auch für ausgewiesene Schutzgebiete. Um die Datenlage zu verbessern, empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein bundesweites und standardisiertes Monitoring der biologischen Vielfalt.“

Geleitet wird die Akademien-Arbeitsgruppe „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Mitglied des Direktoriums der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein, Professorin für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg, sowie Prof. Dr. Wolfgang Wägele, Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn.

Die Kurz-Stellungnahme „Artenrückgang in der Agrarlandschaft: Was wissen wir und was können wir tun?“ ist auf den Webseiten der beteiligten Akademien veröffentlicht:
www.akademienunion.de/neuerscheinungen
www.acatech.de/publikationen
www.leopoldina.org/de/biodiversitaet

Weitere Informationen zur Arbeitsgruppe „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ und deren Mitgliedern sind auf den Webseiten der beteiligten Akademien:
www.akademienunion.de
www.leopoldina.org/politikberatung/arbeitsgruppen/biodiversitaet-in-der-agrarlandschaft/
www.acatech.de/projekte

Ansprechpartnerin in der Akademienunion:

Dr. Annette Schaefgen, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Tel.: +49 (0)30 325 98 73 – 70
E-Mail: schaefgen@akademienunion-berlin.de www.akademienunion.de

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften unterstützen Politik und Gesellschaft unabhängig und wissenschaftsbasiert bei der Beantwortung von Zukunftsfragen zu aktuellen Themen. Die Akademiemitglieder und weitere Experten sind hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. In interdisziplinären Arbeitsgruppen erarbeiten sie Stellungnahmen, die nach externer Begutachtung vom Ständigen Ausschuss der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina verabschiedet und anschließend in der Schriftenreihe zur wissenschaftsbasierten Politikberatung veröffentlicht werden.