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21.03.2012, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 541. Sitzung

Professor Dr. Jörg Vogel, Würzburg; "Ribonukleinsäure (RNA)" Professor Dr. Franz Narberhaus, Bochum; "Warum und wie messen Bakterien Temperatur?"

Zur Person:

Jörg Vogel, Professor Dr. rer. nat., geb. am 01.04.1967 in Cottbus, Brandenburg. 1991-1996 Studium der Biochemie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) und am Imperial College London, Abschluss als Diplom-Biochemiker. 1996-1999 Promotion an der HUB, Dr. rer. nat. 2000-2003 Forschungsaufenthalte an der Uppsala Universität, Schweden, und als EMBO-Stipendiat an der Hebräischen Universität Jerusalem, Israel. 2004-2009 Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Seit 2009 Professor und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

Aus dem Inhalt des Vortrags:

Die Ribonukleinsäure (RNA) fristete neben den anderen zwei großen Klassen der Biomoleküle des Lebens – der DNA und den Proteinen – lange ein Schattendasein. Anders als die DNA speichert sie kaum langfristig genetische Information, sondern schien hauptsächlich deren instabiler Bote zu sein. Auch der strukturellen und funktionellen Vielfalt von Proteinen schien die RNA nicht das Wasser reichen zu können. Vor ungefähr zehn Jahren allerdings begann die RNA ihren Siegeszug in der Biologie. In allen erdenklichen Organismen wurde plötzlich eine schier unglaubliche Zahl von sogenannten nichtkodierten RNA-Molekülen entdeckt, die als Schalter von Genen oder auch als neuartige strukturelle Komponenten der Zelle verblüffende Funktionen haben. Wir untersuchen solche RNA-Moleküle sowohl in krankheitserregenden Bakterien als auch deren Wirten und versuchen damit Grundlagen für eine bessere Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten zu schaffen.

Zur Person:

Franz Narberhaus, Prof. Dr. rer. nat., geb. am 17.01.1963 in Essen/Oldenburg. 1989 Diplom in Biologie an der Georg-August-Universität Göttingen. 1992 Promotion an der Universität Göttingen. 1993 bis 1995 Postdoc an der UC Berkeley, California. 1995 bis 2004 Assistent und Oberassistent an der ETH Zürich. Seit 2004 Lehrstuhl für Biologie der Mikroorganismen an der Ruhr-Universität Bochum.

Dekan der Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Vorsitzender der Fakultätenkonferenz, Koordinator des DFG-Schwerpunktprogramms „Sensorische und regulatorische RNAs in Prokaryoten“, Mitglied des Beirats der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM).

Aus dem Inhalt des Vortrags:

Die Umgebungstemperatur hat großen Einfluss auf die Effizienz zellulärer Prozesse. Insbesondere frei lebende Mikroorganismen haben vielfältige Schutzmechanismen entwickelt, um sich an plötzliche Temperaturschwankungen anzupassen. Viele pathogene Mikroorganismen nutzen eine Temperatur von 37 °C als wichtiges Signal, dass sie erfolgreich einen warmblütigen Wirt besiedelt haben.

Doch wie messen Bakterien ihre Umgebungstemperatur? In dem Vortrag werden verschiedene allgemeingültige Prinzipien vorgestellt. Einige Mechanismen detektieren nicht die Temperatur selber, sondern eine Konsequenz der Temperaturveränderung. RNA-Thermometer hingegen messen präzise die intrazelluläre Temperatur und kontrollieren sehr effizient eine Reihe von Genen, die für die Anpassung an potentiell gefährlich hohe oder niedrige Temperaturen und für die bakterielle Virulenz verantwortlich sind.