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16.10.2013, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 548. Sitzung

Professor Dr. Georg Satzinger, Bonn: "Kunst – Geschichte. Tiepolo in Würzburg"

Prof. Dr. Georg Satzinger

ist Professor für Kunstgeschichte an der Universität Bonn. Geboren 1956 in Dinkelsbühl, 1977-84 Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Germanistik in Tübingen. Ab 1984 Wissenschaftlicher Angestellter, ab 1989 Wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut ebd., 1988 Promotion über „Antonio da Sangallo d. Ä. und die Madonna di San Biagio bei Montepulciano“. 1991 Wechsel an die Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) in Rom; dort als Wissenschaftlicher Assistent bis 1997. Im gleichen Jahr Habilitation an der Universität Münster und Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 2011 Ablehnung eines Rufes an die Universität Münster. Stipendien der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Max-Planck-Gesellschaft; 1992 Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 2012/13 Rudolf-Wittkower-Forschungsprofessor an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte), Rom. Seit 2005 Erster Vorsitzender des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. Seit 2011 ist er ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Forschungsschwerpunkte: Architektur und Bildkünste der Frühen Neuzeit in Italien; Architektur und Ausstattungskunst des 18. Jahrhunderts in Deutschland.

Aus dem Inhalt des Vortrages

Kunst – Geschichte. Tiepolo in Würzburg

Der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo hat bei seiner Ausmalung des Kaisersaals und des Treppenhauses der Würzburger Residenz (1749-53) die differenzierten programmatischen Vorgaben der Auftraggeberseite mit den Mitteln seiner Kunst im gegebenen Rahmen der Architektur, Ausstattung und Raumfunktion äußerst selbständig und ingeniös verarbeitet. Der historisch gewachsene Status des Würzburger Fürstbistums und Herzogtums Ostfranken, seine Rolle und sein Rang im Reich einerseits, die Bedeutung von mehreren Generationen der Familie Schönborn andererseits und die Sublimierung dessen in einer überwältigend anschaulichen, zugleich ernsthaften und ironischen Bildkunst, die die Möglichkeiten der Gattungen Historienbild und Allegorie geistreich ausschöpft, provozieren die Reflektion über das Verhältnis von Geschichte und Kunst – für die damalige Gegenwart und darüber hinaus.