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15.01.2014, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 550. Sitzung

Professor Dr. Dieter Vieweger, Wuppertal: „Golgatha und die Via dolorosa – eine archäologische Spurensuche in Jerusalem“ Liegt der berühmte Fels Golgota tatsächlich unter der Grabeskirche?

Professor Dr. Dieter Vieweger
Prof. Dr. Dr. Dr. h. c., geb. am 08. Mai 1958 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) Polytechnische und Erweiterte Oberschule in Einsiedel, danach in Karl-Marx-Stadt (1964-1974); nach Exmatrikulation aus politischen Grün-den: Kirchliches Proseminar Moritzburg (1974-1976); Studium der Evangelischen Theologie in Leipzig (1976-1981); Vikariat bei der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (1982); Promotion (1985) und Habilitation (1989); Pfarrer des Thomanerchores Leipzig (1986-1989); Professur für alttestamentliche Wissenschaft in Berlin (1989-1993); Professor an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal (seit 1993); Studium der Ur- und Frühgeschichte in Frankfurt/M. (1993-1998); Promotion (1998); Direktor des Biblisch-Archäologischen Instituts Wuppertal (seit 1998; www.bainst.de); Lehrbeauftragter/Gastprofessor an der Privatuniversität Witten-Herdecke (seit 1999/2002); Leitender Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman (www.deiahl.de; seit 2005); Ehrenpromotion (2009) Leiter verschiedener archäologischer Forschungsprojekte in Jordanien, Israel und Palästina (z.B. www.tallziraa.de; www.durch-die-zeiten.info). Langjährig Vertrauens- und Akademiedozent der Studienstiftung des deutschen Volkes; Herausgeber der Zeitschrift des deutschen Palästina-Vereins (1994-2008); Ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (seit 2009); Evangelischer Propst in Jerusalem (Interim in 2012)

Aus dem Inhalt des Vortrages


Liegt der berühmte Fels Golgota tatsächlich unter der Grabeskirche?


Diese Frage und der lang anhaltende wissenschaftliche Streit darüber haben nicht nur die Grabungen unter der Erlöserkirche (1893 Conrad Schick; 1970-1974 Ute Wagner-Lux/Karel Vriezen; 2009 ff. Dieter Vieweger) angestoßen, sondern auch im Umfeld und unter der Grabeskirche zu mehreren archäologischen Forschungen geführt. Der Vortragende rekonstruiert die Stadtgeschichte Jerusalems insbesondere im Bereich um die Erlöser- und die Grabeskirche und stellt die wichtigsten archäologischen und schriftlichen Zeugnisse vor. Die gewaltigen Erdschichten unter den beiden Kirchen werden „aufgeschlagen“, um die wechselvolle und interessante Geschichte dieser Gegend bis hinein in die Zeit Herodes des Großen zu erkunden. Dabei werden ein bis zur Zeitenwende benutzter Steinbruch, das Gartengelände außerhalb des neutestamentlichen Jerusalem, die Schuttmassen der 70 n. Chr. von Titus zerstörten Stadt, Gebäudereste der Zeit Hadrians, einer Terrassenmauer südlich der Grabeskirche Konstantins sowie das mittelalterliche Fußbodenmosaik der Kirche St. Maria Latina in ihrer Bedeutung für die Jerusalemer Kultur- und Religionsgeschichte vorgestellt.