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11.06.2014, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 559. Sitzung

Prof. Dr. Klaus Müllen, Mainz: " Organische Elektronik und Sensorik: wie Synthese die Welt verändert": Prof. Dr. Burkhard Wilking, Münster: "Wie bringt man geometrische Objekte in optimale Formen?"

Prof. Dr. Klaus Müllen
Klaus Müllen, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, promovierte 1972 an der Universität Basel, habilitierte 1977 an der ETH Zürich und wurde 1979 Professor an der Universität Köln. 1983 nahm Klaus Müllen den Ruf auf eine C4-Stelle für Organische Chemie an die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz an, dem dann 1989 der Eintritt in die Max-Planck-Gesellschaft folgte.
Sein Forschungsinteresse gilt der Chemie und Physik von Graphen, Nanomolekülen, Dendrimeren und Farbstoffen. Er widmet sich der Entwicklung von neuen Polymerisationsverfahren, von multidimensionalen Polymeren und von (bio)synthetischen Hybriden für die molekulare Elektronik, der Optoelektronik, als Sensor und für medizinische Anwendungen. Seit 2010 werden seine Arbeiten mit einem  Advanced ERC Grant gefördert.
Seine mehr als 1500 Veröffentlichungen und ca. 60 Patente führten zu zahlreichen Ehrungen. Hierzu zählen u.a. 2008 Nikolaus-August-Otto-Preis, Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und Award of the Society of Polymer Science, Japan, 2011 den ACS Award in Polymer Chemistry und den Tsuming Tu Award, Taiwan, 2012 den BASF-Preis für Organische Elektronik und 2013 den Franco-German-Award of the Societé Chimique de France und die Adolf-von-Baeyer-Medaille der GDCh. Er ist Ehrenprofessor der East China University of Science and Technology, Beijing und der Chinese Academy of Science. Ehrendoktorwürden wurden ihm von der Universität Heidelberg, der Universität Sofia, dem Karlsruher Institut für Technologie und der Jiatong University, Shanghai verliehen.
Seit 2006 ist er Associate Editor vom Journal of the American Chemical Society. 2008 – 2009 war Klaus Müllen Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Seit 2011 ist er Mitglied des Senats der MPG und seit 2013 Präsident der Gesellschaft Deutscher Ärzte und Naturforscher.
1999 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt und 2012 in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Aus dem Inhalt des Vortrages

Organische Elektronik und Sensorik: wie Synthese die Welt verändert

Seit jeher befasst sich die Chemie mit der Wechselwirkung von Materie und Licht: Welche Bedeutung hat Farbe? Was geschieht mit der Anregungsenergie? Kann Licht Ladungen erzeugen?
Antworten auf diese Fragen verhelfen uns nicht nur zu einem Verständnis der Photosynthese, sondern auch zur Entwicklung optoelektronischer Bauelemente wie Leuchtdioden oder Solarzellen. Die Chemie, wenn sie die richtigen Stoffe als aktive Komponenten dieser Bauelemente bereitstellt, wird somit zur Schlüsseldisziplin für Informations- und Kommunikationstechnologien einerseits sowie für Energieumwandlung und -speicherung andererseits.
Die Fähigkeit, optische und elektronische Eigenschaften zu „synthetisieren“, führt ebenso zu neuen Konzepten für Sprengstoffsensorik und medizinische Diagnostik.
„Fürchtet Euch nicht“, ohne durch fachliche Details geplagt zu werden, gehen Sie auf eine spannende Tour in die Materialforschung.

Prof. Dr. Burkhard Wilking
Professor Dr. Burkhard Wilking hat das Studium der Mathematik 1996 mit dem Diplom an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster abgeschlossen. Von 1996 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Münster. 1998 wurde er bei Professor Dr. W. Meyer in Münster promoviert. Von 1999 bis 2000 war er Lecturer an der University of Pennsylvania, USA. Von 2000 bis 2001 hatte er an dieser Universität ein DFG-Stipendium. 2001 bis 2002 war er Assistant Professor an der University of Pennsylvania. Er lehnte 2002 ein Angebot zur Beförderung als Full Professor an dieser Universität ab. Seit 2002 ist er Professor (C4) am Mathematischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Aus dem Inhalt des Vortrages
Wie bringt man geometrische Objekte in optimale Formen?

Bei den geometrischen Objekten handelt es sich genauer um sogenannte Riemannsche Mannigfaltigkeiten. In zwei Dimensionen kann man sie sich am besten als Oberflächen von glatten Objekten vorstellen: die Oberfläche eines Planeten, eines Eis, eines Rettungsrings, etc.
Manche Flächen kann man kontinuierlich in andere Flächen überführen, zum Beispiel läßt sich die Oberfläche eines Eis kontinuierlich in die eines Planeten, nicht aber in die eines Rettungsrings deformieren.
Mathematisch läßt sich dies so umformulieren:
Die Eioberfläche und die Erdoberfläche entsprechen lediglich zwei verschiedenen Riemannsche Metriken (Formen) auf derselben zugrunde liegenden Mannigfaltigkeit sind, wohingegen dem Rettungsring von vorne rein eine andere Mannigfaltigkeit zu Grunde liegt.
Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist es dann, ob es auf jeder Mannigfaltigkeit eine optimale Riemannsche Metrik (eine optimale Form) gibt. Ich werde einige Antworten auf diese Frage in meinem Vortrag erläutern.