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29.10.2014, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 561. Sitzung

Prof. ’ in Dr. Denise Manahan-Vaughan, Bochum: "Die Alzheimer-Krankheit: mehr als nur eine Frage des Schicksals?"; Prof. Dr. Peter Jenni, Genf / Freiburg: "Dem Higgs-Teilchen auf der Spur! (Der lange Weg zum Higgs-Boson und mehr am LHC)"

Professorin Dr. Denise Manahan-Vaughan
Professorin Dr. Denise Manahan-Vaughan studierte Naturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Physiologie am Trinity College Dublin, Irland, und promovierte im Bereich der Neuropharmakologie/Neurophysiologie. Ihre Promotionsarbeit beschäftigte sich mit der physiologischen Charakterisierung des Hippokampus, einer der wichtigsten Gedächtnisstrukturen. Mitte der 90er Jahre ging sie nach Magdeburg ans Leibniz Institut für Neurobiologie, wo sie weiterhin am Hippokampus forschte. Nach ihrer Habilitation im Bereich Physiologie an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg im Jahr 1998 ging sie als Arbeitsgruppenleiterin an das Institut für Physiologie der Charité in Berlin. 2003 nahm sie einen Ruf als Professorin für Neurowissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum an. Seit Januar 2008 leitet sie den Lehrstuhl für Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität. Zugleich ist sie Direktorin der “International Graduate School” of Neuroscience und Sprecherin des Sonderforschungsbereichs 874 “Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse”. Sie hat über 100 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Mechanismen der Gedächtnisbildung veröffentlicht.


Aus dem Inhalt des Vortrages
Die Alzheimer-Krankheit: mehr als nur eine Frage des Schicksals?


Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist eine neurodegenerative Krankheit, die durch Gedächtnisverlust und eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Der Verlust dieser Fähigkeiten ist kontinuierlich, und bereits in den frühen Phasen der Krankheit verliert der Patient die Fähigkeit, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. AD ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen. Die sozioökonomische Belastung der Krankheit ist enorm und nimmt ständig zu. Für 2050 wird erwartet, dass eine von 85 Personen mit der Alzheimer-Krankheit leben muss, die bis jetzt unheilbar ist. Der Hippokampus ist ein Teil des Gehirns, der unentbehrlich wichtig für die Bildung von neuen Gedächtnissen ist. In meiner Forschungsarbeit habe ich in einem Tiermodell der Alzheimer-Krankheit Defizite sowohl in der Hippokampus- abhängigen Gedächtnisbildung als auch in den zellulären Mechanismen der Gedächtnisbildung beobachtet. Die Entwicklung der Krankheit ist mit einer Zunahme der Entzündungsreaktionen im Gehirn sowie mit einer Veränderung des Stoffwechsels verbunden. Ich postuliere, dass eine Normalisierung des Stoffwechsels zur Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit führen kann. Weiterhin postuliere ich, dass eine enge Verbindung zwischen falscher Ernährung, Übergewicht und Alzheimer existiert. In diesem Vortrag werde ich diese Hypothese, basierend auf dem aktuellen Stand des Wissens hinsichtlich der Alzheimer-Krankheit, diskutieren.

Professor Dr. Peter Jenni

Professor Dr. Peter Jenni, Swiss, borne in 1948, obtained his Diploma for Physics at the University of Bern in 1973 and his Doctorate at the Swiss Federal Institute of Technology in Zürich (ETHZ) in 1976. Peter Jenni participated in CERN experiments at the Synchro-Cyclotron (1972/3), at the Proton Synchrotron (1974/6), and as ETHZ Research Associate at the Intersecting Storage Rings (1976/7), the first high-energy hadron collider. During 1978/9, he was a Research Associate at the Stanford Linear Accelerator Centre (SLAC), USA. He became a CERN staff in 1980 with the UA2 experiment at the SPS collider (major involvement in the discoveries of jets and the W/Z bosons). His strong interest was with the Large Hadron Collider (LHC) since the beginning in 1984. From 1991 the main activities concentrated on tasks related to the informal spokespersonship first of a proto-Collaboration. In 1995, after formal approval of the ATLAS project, he was elected Spokesperson (project leader) of the experiment, which today comprises some 3000 scientists representing 177 Institutions from 38 countries. He was re-elected several times and retired from this duty in February 2009, retaining however a strong involvement in the operation and physics of the experiment. He has served on, and still is member of, numerous international science advisory committees. In particular, over the last 18 months he was strongly involved in shaping the scientific input with the Preparatory Group for the Update of the European Strategy for Particle Physics, personally motivated to promote CERN’s future at the high energy frontier. Since his retirement as a CERN Senior Research Staff end of April 2013, Peter Jenni is a Guest Scientist with the Albert-Ludwigs-University Freiburg, Germany, of which he became an Honorary Professor in February 2014, keeping his full engagement with the ATLAS experiment. He received (or shared) among others the Swiss Greinacher Prize in 1998, the Slovak gold medal of the Comenius University in 1999, the Czech Charles University memorial silver medal in 2001, the Czech Academy of Sciences Ernst Mach Honorary Medal in 2012, and in 2013 the German Julius Wess Award, a share of the Special Fundamental Physics Prize (FPP), and a share of the High Energy and Particle Physics Prize of the European Physical Society (EPS). In 2013 he received honorary PhD degrees from the University of Stockholm, from the University of Copenhagen, and from the Swiss Federal Institute of Technology in Zurich (ETHZ). 

Aus dem Inhalt des Vortrages
Dem Higgs-Teilchen auf der Spur! (Der lange Weg zum Higgs-Boson und mehr am LHC)

Seit mehreren Jahren erforschen Experimente am Large Hadron Collider (LHC) des CERN, insbesondere die ATLAS und CMS Kollaborationen, Teilchenphysik bei den höchsten Kollisionsenergien, die je in einer Versuchsanlage erreicht wurden. Nach einer reichen Ernte an Messungen zum Standardmodell (SM) der Teilchenphysik kam nun in 2012 die erste spektakuläre Entdeckung in Form eines neuen, schweren Bosons, welches wohl das lange gesuchte Higgs- Teilchen ist. Aber die aufregende Entdeckungsreise in neue Bereiche der Physik, auch jenseits der Grenzen des SM, hat am LHC damit erst so recht begonnen. Neben den neuesten Resultaten stellt der Vortrag auch die Motivation, die Geschichte und die Herausforderungen des LHC-Projekts vor.