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05.11.2014, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 558. Sitzung

Prof. Dr. Bernhard Großfeld, Münster: "Recht als Begegnung"

Professor Dr. jur. LL.M. Bernhard Großfeld

Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen in Hamm 1957 wurde Bernhard Großfeld 1960 in Münster mit dem Thema „Die Privatstrafe“ promoviert. 1962 legte er das Zweite Juristische Staatsexamen in Hannover ab und erhielt 1963 den Master of Laws in Yale. Von 1964 bis 1965 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Rechtsvergleichung der Universität Münster. 1965 habilitierte er sich an der Universität Tübingen mit dem Thema „Aktiengesellschaft, Unternehmenskonzentration und Kleinaktionär“. 1966 erhielt er einen Ruf als Professor für Zivil- und Handelsrecht an die Universität Göttingen. 1969, 1971 und 1972 war er Gastprofessor in Ann Arbor/USA. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Zivil- und Handelsrecht an der Universität Münster und Direktor des Instituts für Internationales Wirtschaftsrecht und des Instituts für Genossenschaftswesen. 1979 wurde er Visiting Fellow in Cambridge/England. Von 1982 bis 1983 war er Gastprofessor der SMU Dallas und 1963 war er Visiting Scholar an der Duke University. Professor Bernhard Großfeld ist seit 1985 ordentliches Mitglied der Nordrhein- Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 

Aus dem Inhalt des Vortrages
Recht als Begegnung

Die Verbindung von Recht und Kultur bietet sich uns vielfach an: Wir sprechen wie selbstverständlich von der „Rechtskultur“ und preisen den „Rechtsstaat“ als deren Höhepunkt. Dabei schwingt mit, dass Recht die Mitglieder einer Kultur zusammenführt, dass es ein Gefühl gegenseitiger Verlässlichkeit schafft. Aber wird unser Recht dieser Hoffnung noch gerecht? Der Jurastudent erlebt es zuerst nach der „Anspruchsgrundlage“ als Kampfordnung. Schauen wir auch auf die Normenflut; sie wächst über die Rechtsinformatik schneller als je zuvor. Schafft sie noch gegenseitiges Verstehen? Wie steht es mit dem „Rechtsgefühl“? Wie ist es mit dem „Lied vom Gesetz“? Gehen wir von daher in die Rechtsvergleichung. Kann das Recht uns noch helfen, anderen Kulturen zu „begegnen“, selbst wenn sie uns im Internet entgegentreten ohne einen „face to face“ Kontakt? Wie können wir die jeweilige kulturelle Dimension vermitteln? Der Vortrag versucht, darauf eine Antwort zu geben.