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19.11.2014, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 562. Sitzung

Prof. ’ in Dr. Hildegard Westphal, Bremen: „Tropische Küsten unter Stress“; Prof. Dr. Peter Schreiner, Gießen: „Nanodiamondoids as the Next Generation Carbon Materials”

Professorin Dr. Hildegard Westphal

Professorin Dr. Hildegard Westphal hat von 1988 bis 1999 an der Universität Tübingen studiert, von 1991 an der University of Queensland (Brisbane /Australia) und von 1995 bis 1997 am GEOMAR Forschungszentrum in Kiel. Nach ihrer Promotion war sie Postdoc im Comparative Sedimentology Laboratory, RSMAS, University of Miami. Von 1999 bis 2003 war sie Assistenzprofessorin an der Universität zu Hannover. Im Institut für Palaeontologie der Universität Erlangen arbeitete sie von 2003 bis 2005. 2003 erhielt sie außerdem den Hans Cloos-Preis der Geologischen Vereinigung und den Walter Schall-Preis der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V. Sie habilitierte sich 2004 und erhielt im selben Jahr den Albert Maucher-Preis der DFG. Von 2005 bis 2010 hatte sie eine Heisenberg-Professur an der Universität Bremen (Marum). Von 2005 bis 2010 war sie Mitglied der Jungen Akademie von Heidelberg, von 2008 bis 2009 auch Sprecherin der Jungen Akademie. 2010 erhielt sie einen Lehrstuhl für Sedimentforschung an der Universität Heidelberg und ist seit 2010 Direktorin des Leibniz-Institutes für Tropische Marineökologie in Bremen. Sie beschäftigt sich mit Karbonatsedimenten als Archive für Umweltund Klimaveränderungen, eutrophischen tropischen Bedingungen als Vorhersageszenarien zukünftiger Umweltbedingungen, Karbonatsedimenten unter Auftriebsbedingungen und dem Effekt von Ozeanversauerung auf Skelettstrukturen karbonatischer Organismen.

Aus dem Inhalt des Vortrages

Tropische Küsten unter Stress

Die Küstenforschung sieht sich besonders in den Tropen mit sehr dynamischen gesellschaftlichen Entwicklungen konfrontiert. Auf der einen Seite steht ein starkes Bevölkerungswachstum und schnelle gesellschaftliche Veränderungen. Auf der anderen Seite ist die Abhängigkeit der Anrainer tropischer Küstenregionen von den Ökosystemdienstleistungen dieser Küsten besonders stark. Gleichzeitig reagieren diese Ökosysteme sehr empfindlich auf Umweltveränderungen. Um eine nachhaltige Nutzung tropischer Küstenökosysteme zu erreichen, ist jedoch nicht nur ein systemisches Verständnis der Sozio-Ökologie vonnöten; eine partnerschaftliche und transdisziplinäre Ausrichtung der Forschung, ergänzt durch langfristige Kapazitätsbildung ist unerlässlich, um Wissenschaft über Nachhaltigkeit selber nachhaltig zu gestalten.

Professor Dr. Peter R. Schreiner

Professor Dr. Peter R. Schreiner studierte Chemie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Georgia (Athens, GA, USA). Nach dem M. Sc. (1991, bei R. K. Hill) und dem Diplom (1992) promovierte er 1994 in organischer Chemie (Dr. rer. nat.) bei P. v. R. Schleyer und nochmals 1995 (PhD) in computational chemistry bei H. F. Schaefer in den USA. Danach habilitierte er sich 1999 in organischer Chemie an der Universität Göttingen. Einer Professur in den USA (1999 – 2002) folgte der Ruf auf den Lehrstuhl für organische Chemie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er erhielt den ADUC-Preis für Habilitanden (1999), 2003 die Dirac-Medaille und den Wissenschaftspreis der Technion-Gesellschaft 2014, und war Gastprofessor in Stanford, Bordeaux und am Technion. Peter Schreiners wissenschaftliche Arbeit setzt sich die grundlegende Aufklärung organisch-chemischer Reaktionen zur Ableitung neuer chemischer Konzepte zum Ziel. Dies schließt die chemische Synthese, Spektroskopie und quanten-mechanische Berechnungen ein. Er war einer der ersten, der bereits 1997 das Konzept der Thioharnstoff-Organokatalyse einführte, ein Gebiet, das mittlerweile weltweit intensiv beforscht wird. Das Gebiet nanometer-großer Diamanten (Diamantoide) hat er durch hochselektive CH-Funktionalisierungen erschlossen und diese neuen Materialien für Anwendungen als Arzneimittel und elektronische Komponenten zugänglich gemacht. Schließlich hat er 2011 das Konzept der Tunnel-Kontrolle chemischer Reaktionen als drittes Paradigma zur Steuerung chemischer Reaktivität entdeckt.

Aus dem Inhalt des Vortrages
Nanodiamondoids as the Next Generation Carbon Materials

Diamondoids (nanometer-sized, hydrogen-terminated diamond hydrocarbons, nanodiamonds) are emerging as complementary materials to fullerenes and carbon nanotubes. [1] Nanodiamonds are available from crude oil and are chemically well-defined. They share some of the unique properties of diamond that are very attractive for many applications. We have developed a variety of functionalization approaches yielding alcohols, amines, thiols, olefins, and other derivatives that can be utilized as platforms for organocatalysis, [2] pharmaceuticals, [3] and organic molecular electronics, [4], below left). We were recently prepared the longest alkane C–C bonds (middle)[5] and diamond wires grown inside carbon nanotubes (right). [6] The lecture will highlight the preparation of functionalized nanodiamonds, some of their unique structures and properties, and timely applications.