AWK - Detailansicht Veranstaltungen

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

03.12.2014, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 559. Sitzung

Prof. Dr. Henning Drecoll, Tübingen: "Der Logos asketikos des Nilus von Ankyra – Einblicke in das östliche Mönchtum des 5. Jh.s "

Prof. Dr. Henning Drecoll

Ephorus Professor Dr. Volker Henning Drecoll, Professor für Kirchengeschichte (Schwerpunkt Alte Kirche) an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Evangelisch- Theologische Fakultät) und Ephorus am Evangelischen Stift, Tübingen. Der Promotion mit einer Arbeit zur Trinitätslehre des Basilius (1996) folgte die Habilitationsschrift zur Gnadenlehre Augustins (1999), beide betreut von Prof. Dr. Wolf-Dieter Hauschild. Nach der Habilitation folgte das Vikariat in Osnabrück/Hildesheim und die Zeit als Pastor der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Wagenfeld, bevor 2004 die Berufung nach Tübingen und 2005 die Berufung als Ephorus am Evangelischen Stift ergingen. Augustin bildet seitdem einen Schwerpunkt der Forschung (Augustin Handbuch 2007, gem. mit M. Kudella: Augustin und der Manichäismus 2011; Editionsprojekt von drei späten Schriften zur Gnadenlehre Augustins). Forschungen insbesondere zu Gregor von Nyssa (u. a. Ausrichtung des 11. Internationalen Gregor-von-Nyssa-Kolloquiums, Hg. der Akten 2011; Mitarbeit am Lexicon Gregorianum in Münster) und Marius Victorinus (Projekt des Heisenbergstipendiums) treten ergänzend hinzu. 2012 folgte eine Gastprofessur am Istituto Patristico „Augustinianum“ in Rom. Seit 2006 liegt die Redaktion der „Zeitschrift für Antikes Christentum“ (hg. gemeinsam mit Christoph Markschies und Hanns Christof Brennecke) in Tübingen.

Aus dem Inhalt des Vortrages
Der Logos asketikos des Nilus von Ankyra – Einblicke in das östliche Mönchtum des 5. Jh.s

Der Vortrag wird die Edition des Logos asketikos in den Opera ascetica des Nilus von Ankyra II/1 vorstellen, die seit langem von der Akademie gefördert und unterstützt wird und nun allmählich ihrem Ende entgegenstrebt. Der Vortrag wird den Ertrag dieser Editionsarbeit, insbesondere auch für das sogenannte Nilusproblem, skizzieren. Hinter dem Nilusproblem verbirgt sich die Fragestellung, ob die verschiedenen, in der handschriftlichen Überlieferung mit Nilus assoziierten Texte einem Autor zuzuschreiben sind. Nach der von der Akademie geförderten Edition des Hoheliedkommentars (hg. von H.-U. Rosenbaum, 2004) wird mit der Arbeit an den Opera ascetica ein zweiter wichtiger Schritt bei der Bearbeitung dieses Autors geleistet, der neben Evagrius Ponticus eine der wichtigsten Bezugsgrößen im östlichen Mönchtum ist. Der Text gibt interessante Aufschlüsse über die Binnendifferenzierung im Mönchtum im frühen 5. Jh. Zugleich stellt er enorme literaturwissenschaftliche Probleme. Auch das Verhältnis zur syrischen Fassung (deren Priorität in der Forschung behauptet wurde) wird zu berücksichtigen sein.