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23.09.2015, 16:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 569. Sitzung

HINWEIS: Anders als ursprünglich angekündigt, beginnt die Sitzung erst um 16.30 Uhr. Von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr findet eine nichtöffentliche Geschäftssitzung der Klasse statt Vortrag: Prof. Dr. Bernhard Spaan, Dortmund: Der kleine Unterschied – Materie gegen Antimaterie und die Folgen für das Universum. (Der Vortrag von Prof. Dr. Jan Hengstler muss leider entfallen.)

Vortrag

Prof. Dr. Bernhard Spaan, Dortmund: Der kleine Unterschied – Materie gegen Anti- materie und die Folgen für das Universum

Seit der Entdeckung des Antiteilchens des Elektrons, des Positrons, wissen wir, dass es neben Materie auch Antimaterie geben muss. Treffen Materie und Antimaterie aufeinander, so kommt es zu einer Vernichtungsreaktion, bei der gemäß der Einstein‘schen Formel E=mc², eine sehr große Energiemenge freigesetzt wird. Trotz intensiver Suche konnte keine derartigen Vernichtungen im Universum beobachtet werden, so dass unser Universum ganz augenscheinlich nur aus Materie besteht. Im Mikrokosmos aber herrscht eine weitgehende Symmetrie zwischen Teilchen und Antiteilchen: bei der Erzeugung eines Teilchens wird auch immer ein Antiteilchen erzeugt. Damit müsste nach dem Urknall, durch den im Prinzip nur Energie und nicht Materie oder Antimaterie erzeugt wurde, zu gleichen Teilen Materie und Antimaterie erzeugt worden sein, die sich im Laufe der Zeit wieder gegeneinander vernich- tet hätten. Unsere Existenz hängt damit von einem winzigen Unterschied zwischen der Welt der Teilchen und der der Antiteilchen ab. Mit dem LHCb-Experiment am größten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem Large Hadron Collider am CERN, versucht man mehr über diesem Unterschied in Erfahrung zu bringen.

Vita
Professor Dr. Bernhard Spaan, studierte in Dortmund Physik und promovierte dort 1988 mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Experimentellen Teilchenphysik. Nach einem Forschungsaufenthalt am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg und der Mitarbeit am ARGUS-Experiment wechselte er 1993 als Senior Research Associate an die McGill University in Montreal, Kanada, verbunden mit der Mitarbeit am CLEO-Experiment der Cornell-University um am 1993 genehmigten BABAR-Experiment am Beschleunigerlabor SLAC, das durch die Stanford-University betrieben wurde. 1995 wurde er auf eine Professur an der Technischen Universität Dresden berufen. Im Mittel- punkt der Forschungsaktivitäten stand zunächst das BABAR-Experiment. Zugleich beteiligte er sich an den Arbeiten zum Aufbau des LHCb-Experiments am CERN. 2004 wurde er auf eine Professur an die Technische Universität Dortmund berufen. Zu den Arbeiten auf dem Gebiet der Experimentellen Teilchenphysik mit dem LHCb-Experiment ist dort auch eine Aktivität im Bereich der medizinischen Physik hinzugekommen. Er war Deutscher Vertreter in RECFA (Restricted European Committee for Future Accelerators), Vorsitzender des KET (Komitee für Elementarteilchenphysik); Dekan der Fakultät Physik und ist zurzeit Vorsitzender des Collaboration Boards der LHCb-Kollaboration.