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16.06.2016, 12:30 Uhr

Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, 103. Sitzung; Themenbezogene Klassensitzung: Stadtregionen – Metropolen der Zukunft!

Prof.' in Dr. Susanne Frank, Dortmund: Stadtsoziologie; Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée, Aachen: Regionalplanung, Umwelt und Verkehr, Zentrale-Orte-Konzepte, Stadtentwicklung statt Mega-Cities; Prof.'in Dr. Ina Schieferdecker, Berlin: Smart Cities als Prozess; Prof. Dr. Jürgen Aring, Dortmund: Klimaschutz, Wachstum und Lebensqualität in Metropolen; Prof. Dr. Martin Faulstich, Clausthal-Zellerfeld: Lösung der Energieprobleme in Metropolen

In der ersten ThemenKS dieses Jahres, die am Donnerstag, 16. Juni 2016, ab 12.30 Uhr, stattfindet, ist das Leitthema Stadtregionen – Metropolen der Zukunft!

Die Zahl der Stadtbewohner wird aktuellen Studien zufolge bis 2050 weltweit die 6 Milliardengrenze überschreiten. Mehr als 70% der Weltbevölkerung lebt dann voraussichtlich in Städten oder Stadtregionen, die sich zunehmend zu Metropolen oder auch sogar Mega Cities entwickeln. Das bedeutet, dass allergrößte Herausforderungen der verschiedensten Art zu bewältigen sind, über die man sich rechtzeitig Gedanken machen muss: Nur so können im Vorfeld des sich abzeichnenden Zukunftsszenarios die richtigen Weichen gestellt und die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Die technische, wirtschaftliche, soziale und auch kulturelle Leistungsfähigkeit bzw. Funktionstüchtigkeit dieser Metropolen, vor allem aber auch die Lebensqualität und das Wohlbefi nden der Bewohner von Metropolen hängt dabei sehr davon ab, dass die zukünftigen Stadtregionen als ganzheitliche, vernetzte, sozio-technische Systeme angesehen werden, die in Wechselwirkung zueinander stehen und aufeinander angewiesen sind. Es wird darauf ankommen, dass Bereiche wie „Stadt- und Raumplanung“, „nachhaltiges Bauen“, „Verkehr“, „Verwaltung“, „Finanzmanagement“, „Kommunikations- und Informationstechnik“, „Energieversorgung“, „Logistik“, „Industrie und Handwerk“, „Sozialwesen“, „Sport“, „Kultur und Kunst“ sowie „Freizeit, Unterhaltung und Erholung“ zum Wohle der Gesellschaft synergetisch zusammengeführt werden. Im Rahmen der 5. Themenbezogenen Klassensitzung ist es aus zeitlichen Gründen nicht möglich, sich mit allen oben angesprochenen Problembereichen auseinanderzusetzen. Es ist aber auch nicht sinnvoll, das Thema nur aus der Sicht der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften zu betrachten. Vielmehr ist eine klassenübergreifende Sicht auf das Thema „Metropolen der Zukunft“ erforderlich, wobei neben den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften auch die Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sowie die Kunst zu Wort kommen sollen. Dies hat zu folgendem Vortragsprogramm geführt:

Vortrag 1

Prof.’ in Dr. Susanne Frank ist seit 2007 Professorin am Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie der Technischen Universität Dortmund. Sie beschäftigt sich mit dem Wandel von Siedlungsstrukturen in urbanen Regionen mit Familien in der Stadt und dem Wandel von Beziehung von Stadt und Natur. Susanne Frank hat von 1987 bis 1994 an der Universität Freiburg Soziologie und Wissenschaftliche Politik studiert. Von 1994 bis 1997 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Globalisierung und europäische Kultur“ am Institut für Soziologie der Universität Freiburg. Bis 1999 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für „Soziologie und Sozialgeschichte der Stadt“ an der Bauhaus- Universität Weimar. Seit 2000 ist sie Teilnehmerin an der Internationalen Frauenuniversität „Technology and Culture“, bis 2002 hatte sie eine Lehrtätigkeit am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt inne. 2003 wurde sie zur Dr.-phil. an der Universität Freiburg promoviert. Bis 2007 war sie Juniorprofessorin für Stadtsoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Vortrag 2

Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée hat von 1984 bis 1991 an der RWTH Aachen Bauingenieurwesen mit der Vertiefung Verkehrswesen und Raumplanung studiert. Anschließend war er von 1991 bis 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Verkehrswissenschaftlichen Institut der RWTH Aachen bevor er nach erfolgreicher Promotion im August 1995 zum Verband Region Stuttgart wechselte. Dort bearbeitete er als Referent für Verkehrsplanung insbesondere den Regionalverkehrsplan (1995 bis 2001) und war als Projektleiter S-Bahn-Erweiterungen für die Planung und Umsetzung diverser S-Bahn-Ausbauvorhaben verantwortlich. Vor der Berufung auf den Lehrstuhl für Stadtbauwesen und Stadtverkehr an der RWTH Aachen zum 1. März 2008 war Dirk Vallée vom April 2002 bis Februar 2008 leitender Technischer Direktor beim Verband Region Stuttgart und als solcher Leiter der Abteilung Planung. In dieser Position war er verantwortlich für die integrierte Siedlungs-, Verkehrs- und Landschaftsplanung in der Region Stuttgart. Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée arbeitet vor allem an der Schnittstelle zwischen Forschung, Planungspraxis, politischer Entscheidungsvorbereitung und -findung sowie der Umsetzung konkreter Maßnahmen.
Aktuelle Themenschwerpunkte sind die Konsequenzen und Anpassungsstrategien zum demografischen Wandel sowie zum Klimawandel, zukünftige Mobilitätsformen sowie Verkehrsmodelle.
Mitgliedschaften:

  • Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (DVWG)
  • Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Arbeitsausschuss 1.2 Erhebung und Prognose des Verkehrs (seit 1997); Querschnitts-Arbeitskreis QA 7 „Postfossiler Verkehr“ (seit 2010); Arbeitskreis 1.1.30 Demografische Veränderungen im Verkehr (2004 bis 2006)
  • Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL): Mitarbeit in verschiedenen Arbeitskreisen der LAG Baden-Württemberg; Berufung zum korrespondierenden Mitglied 2004; stv. Leiter der LAG Baden-Württemberg 2005 bis 2009; Wahl zum ordentlichen Mitglied 2008; Berufung zum Mitglied des Informations- und Initiativkreises Regionalplanung 2005; Leitung des Arbeitskreises „Strategische Regionalplanung“ seit 2008
  • Beirat für Kommunalentwicklung Rheinland-Pfalz (seit 2009)
  • Wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) (seit 2010)

Vortrag 3

Prof.’ in Dr.-Ing. Ina Schieferdecker studierte Mathematische Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 1994 an der Technischen Universität Berlin zu leistungserweiterten Spezifikationen und der Analyse von Dienstqualitätseigenschaften. Von 1997 bis 2004 war sie Leiterin des Kompetenzzentrums für Testen, Interoperabilität und Performanz (TIP) und bis Dezember 2013 Leiterin des Kompetenzzentrums für Modellierung und Testen (MOTION, heute System Quality Center – SQC) am Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), Berlin. Seit 1. Januar 2015 leitet sie das Institut gemeinsam mit Prof. Dr. Manfred Hauswirth. Prof. Schieferdecker  leitet an der Freien Universität Berlin die Fachgruppe Modellbasierte Entwicklung und Qualitätssicherung von Software-basierten Systemen. Von 2003–2011 hat Prof. Schieferdecker an der Technischen Universität Berlin zum Entwurf und Testen von Telekommunikationssystemen gelehrt. Sie war Gastforscherin u.a. am International Computer Science Institute (ICSI), Berkeley/USA, am Centre de recherche informatique de Montréal (CRIM), Canada, an der University of Oslo, Norwegen und der University of Queensland, Brisbane/Australien. Von 2008 bis 2011 war Ina Schieferdecker Direktorin des Integrierten Graduiertenprogramms für Human-Centric Communication.

Vortrag 4

 

Prof. Dr. Jürgen Aring ist Vorstand des VHW-Bundesverbandes für Wohn- und Stadtentwicklung in Berlin. Er studierte Geographie, Bau- und Planungsrecht, Soziologie, Ökonomie sowie Städtebau in Münster und Oslo. Nach Mitarbeit im DFG-Forschungsprojekt Krisenregion im Ruhrgebiet wechselte er 1989 zum Beratungsunternehmen empirica. 1999 wurde er an der Universität Oldenburg mit dem Thema „Suburbanisierung“ promoviert. 2002 gründete er das Büro für Angewandte Geographie. 2005 wurde Jürgen Aring zum ordentlichen Professor für Stadt- und Regionalplanung an die Universität Kassel berufen, wo er bis 2012 tätig war. 2011 folgte er einer Einladung zu einer Gastprofessur im Gebiet Raumplanung an der ETH Zürich. 2012 bis 2014 übernahm er eine Vertretungsprofessur für Raumwirtschaftspolitik an der TU Dortmund.

Vortrag 5

Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich ist seit 2013 Lehrstuhlinhaber für Umwelt- und Energietechnik an der Technischen Universität Clausthal. Zugleich ist er Geschäftsführer von CUTIK (Clausthaler Umwelttechnikinstitut GmbH) und seit 2008 Vorsitzender im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung in Berlin. Davor war er von 2003–2012 an der Technischen Universität München als Professor für Rohstoff und Energietechnologie tätig. Zugleich war er Gründungsdirektor des Wissenschaftszentrums Straubing und von 2000–2012 Vorstandsvorsitzender der ATZ (Entwicklungszentrum Energie, Rohstoff e und Materialien), Sulzbach-Rosenberg, Stiftung im Geschäftsbereich des Bayrischen Wirtschaftsministeriums. Er ist Mitglied in vielen Gremien im In- und Ausland und ein vielgefragter Redner bei wissenschaftlichen Veranstaltungen.

Themenbezogene Klassensitzung

Das neue Format der Themenbezogenen Klassensitzung (ThemenKS) soll dazu dienen, Problemstellungen hohen Komplexitätsgrades sowie wichtige Zukunftsprobleme aus Sicht der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften zu hinterfragen, zu analysieren und – über Klassengrenzen hinweg – zu diskutieren. ThemenKS finden im halbjährlichen Rhythmus statt; sie beginnen jeweils zur Mittagszeit, umfassen vier bis maximal fünf Vorträge unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und erstrecken sich über den ganzen Nachmittag. Sinn und Zweck des neuen Formats ist es des Weiteren, im Wechsel mit der traditionellen Klassensitzung (KS) den Zusammenhalt der Mitglieder in der Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften zu verstetigen. Ebenso soll der Diskurs zwischen Mitgliedern anderer Klassen der Akademie, des Jungen Kollegs sowie eingeladenen Fachkollegen aus Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen befördert werden. Dies ermöglicht zahlreiche Wechselwirkungen über Klassengrenzen hinweg. Zugleich wird der satzungsgemäße Anspruch der Akademie betont, auch eine Arbeitsakademie zu sein.