AWK - Detailansicht Veranstaltungen

Übersprungnavigation

Navigation

Inhalt

22.06.2016, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 576. Sitzung

Prof.'in Dr. Astrid Kiendler-Scharr, Jülich: Aerosole in der Troposphäre: Quellen, luftchemische Prozesse und Auswirkung auf Klima und Gesundheit; Prof. Dr. Frank Glorius, Münster: Wie entdecke ich …?

Vortrag 1

Die Auswirkungen von Aerosolen auf Luftqualität und Klima sind trotz intensiver Forschung mit großen Unsicherheiten behaftet. Eine Hauptursache dieser Unsicherheit ist die komplexe Zusammensetzung von Aerosolen, die aus einer Vielzahl anorganischer und organischer Verbindungen aus sowohl natürlichen wie auch anthropogenen Quellen bestehen. Zur Entwicklung und Umsetzung von Reduktionsmaßnahmen ist das Verständnis der Quellen atmosphärischer Aerosole notwendig. In dem Vortrag werden der aktuelle Wissenstand, Forschungsfragen und eigene Beiträge aus Simulations- und Feldexperimenten erläutert und im Kontext der Auswirkungen von Aerosolen auf Klima und Gesundheit diskutiert.

Prof.’ in Dr. Astrid Kiendler-Scharr ist 1973 in Innsbruck geboren, verheiratet und hat 2 Kinder. Nach dem Studium der Physik (1991–1996, Universität Innsbruck) hat Astrid Kiendler-Scharr am Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg in der Abteilung Atmosphärenphysik (Prof. Frank Arnold) ihre Promotion mit Schwerpunkt auf der Entwicklung einer massenspektrometrischen Flugzeuggetragenen Apparatur zur Spurenstoffdetektion durchgeführt (1996–1999). Nach Postdoc Zeiten und Aufenthalt in den USA war Astrid Kiendler-Scharr von 2006 bis 2010 Leiterin einer Nachwuchsgruppe zum Thema „Stabile Isotope in Aerosolen“ am Forschungszentrum Jülich. Seit 2012 ist Astrid Kiendler-Scharr Direktorin des Instituts für Energie- und Klimaforschung, IEK-8: Troposphäre, am Forschungszentrum Jülich und Professorin für Experimentalphysik an der Universität zu Köln. Ihre wissenschaftlichen Interessen liegen im Bereich Atmosphärische Chemie, Aerosol Physik und Chemie, und Austauschprozesse zwischen Atmosphäre und Biosphäre im Kontext von Klimaänderung. Methodische Schwerpunkte sind dabei die Entwicklung massenspektrometrischer Methoden zur Spurenstoffanalyse und Anwendung in Simulations- und Feldexperimenten. Sie hat seit 2012 neun Doktorarbeiten betreut und ihre wissenschaftlichen Ergebnisse in 73 referierten Zeitschriftenbeiträgen veröffentlicht. Astrid Kiendler-Scharr ist als Mitglied in Lenkungsgruppen internationaler Projekte und als Principal Investigator in nationalen und internationalen Projekten verantwortlich. Seit 2013 ist Astrid Kiendler-Scharr Ombudsperson für gute wissenschaftliche Praxis am Forschungszentrum Jülich. Sie ist Mitglied der Europäischen Geophysikalischen Vereinigung (EGU), der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und amtierende Präsidentin der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF).  

Vortrag 2

Katalyse ist eine Schlüsseltechnologie unserer modernen Gesellschaft. Sie ermöglicht erhöhte Selektivität und Effizienz chemischer Umsetzungen, wodurch eine nachhaltige (= umweltfreundliche = kostengünstige) Produktion möglich wird. Während rationales Design und Schritt-für-Schritt-Verbesserungen einen gewissen Fortschritt ermöglichen, erfordern zahlreiche große Herausforderungen die Entdeckung neuer und zuvor unerwarteter Ergebnisse. Die Frage „Wie kann ich entdecken?“ ist daher essentiell für den wissenschaftlichen Prozess. In diesem Vortrag werde ich Entdeckungen meiner Gruppe und den Weg dorthin diskutieren.

Prof. Dr. Frank Glorius studierte Chemie an der Universität Hannover, der Stanford University (Prof. Paul A. Wender), dem Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und der Universität Basel (Prof. Andreas Pfaltz), sowie an der Harvard University (Prof. David A. Evans). Er begann seine unabhängige Forscherkarriere 2001 am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung (Mentor: Prof. Alois Fürstner) und wurde 2004 C3-Professor an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2007 ist er Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Katalysekonzepte und ihrer Implementierung in der Organischen Synthese. Seine Gruppe ist besonders an N-heterocyclischen Carbenen (NHCs), C-H-Aktivierung, asymmetrischer Arenhydrierung und NHC-Organokatalyse, Photoredoxkatalyse, heterogener Katalyse, der Herstellung maßgeschneiderter Oberflächen-modifi zierter Nanopartikel und der Entwicklung nützlicher Screening-Technologien interessiert. Die bisherige Arbeit wurde durch eine Reihe bedeutender Auszeichnungen gewürdigt, wie z. B. den OMCOS-Preis, den Leibniz-Preis der DFG, eine ERC-Grant und zudem auch die Auswahl als Thomson Reuters Highly Cited Researcher 2014 und 2015.