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15.02.2017, 15:30 Uhr

Klasse für Naturwissenschaften und Medizin, 581. Sitzung

Prof. Klaus Meerholz, Köln: "Organische Elektronik"; Prof`in Dr. Ute Krämer, Bochum: Wie passen sich Pflanzen an lebensfeindliche Umweltbedingungen an?

Vortrag 1: Organische Elektronik, Prof. Dr. Klaus Meerholz, Köln

Details zum Vortrag standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Prof. Dr. Klaus Meerholz wurde in Bielefeld geboren. Er studierte von 1982 bis 1985 an der Universität Bielefeld, wo er das Vordiplom für Chemie ablegte. Von 1985 bis 1987 studierte er weiter an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er sein Diplom in Chemie ablegte. 1992 wurde er in Freiburg promoviert. 1991 war Klaus Meerholz kurz im Centre d’Energie Atomique de Grenoble, Frankreich, bevor er von 1991 bis 1993 im Materialforschungszentrum der Universität Freiburg arbeitete. Ebenfalls in 1993 hatte er einen Postdoc-Aufenthalt an der State University of New York und bis 1985 war er Research Assistent im Optical Sciences Center der Universität of Arizona. Von 1995 bis 1998 war er Assistent-Professor an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München im Fachbereich Chemie. 1998 wurde er in München habilitiert und erhielt ebenfalls 1998 in München eine C3-Professur für Physikalische Chemie. Von 1999 bis 2002 war er Privatdozent im Fachbereich Physikalische Chemie der LMU München und seit 2002 ist er Professor und Lehrstuhlinhaber im Fach Fachbereich Physikalische Chemie der Universität zu Köln. Nach verschiedenen unterschiedlichen Aufgaben ist er seit 2009 Managing-Director im Center of Organic Elektronic Cologne (COeC) gGmbH und seit 2011 Director des Center of Organic Production Technology COPT in NRW e.V. Klaus Meerholz hat eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten, unter anderem 2010 den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalens und 2015 den Max-Delbrück-Preis der Universität zu Köln.

 

Vortrag 2: Wie passen sich Pflanzen an lebensfeindliche Umweltbedingungen an?, Prof.’ in Dr. Ute Krämer, Bochum

Pflanzen können sich widrigen Umweltbedingungen nicht durch Fortbewegung entziehen. Trotzdem – oder gerade deswegen – kommen selbst an den unwirtlichsten Standorten Pflanzen vor und zeigen so eine bemerkenswerte Vielfalt und Spannbreite von Merkmalsausprägungen. Die Arbeitsgruppe von Professor Ute Krämer untersucht die funktionelle Diversität in Pflanzen mit dem Ziel, die zugrundeliegenden genetischen Unterschiede und deren Wirkungsweisen aufzuklären. Hierfür kombinieren wir ökologische, evolutionäre, genomische, molekulargenetische und physiologische Forschungsansätze. Modellhaft stehen bei unseren Arbeiten die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und so genannten Schwermetallen im Zentrum. In allen Lebewesen nehmen einige Schwermetalle, beispielsweise Zink oder Kupfer, aufgrund ihrer besonders wirkungsvollen chemischen Eigenschaften lebenswichtige Nährstofffunktionen wahr. Schon in geringem Überschuss jedoch sind diese Metalle, ebenso wie chemisch ähnliche nicht-essenzielle Schwermetalle, wie Cadmium, Blei oder Quecksilber, lebensbedrohlich. Anthropogene Veränderungen haben innerhalb von evolutionär kurzer Zeit zu einem hohen Anstieg der Umweltbelastung mit diesen Metallen geführt. Als Untersuchungsobjekte für unsere Arbeiten dienen Erntepflanzen, die Modellpflanze der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) und vorrangig ihre nahe Verwandte, die Haller’sche Schaumkresse (Arabidopsis halleri). Bemerkenswerterweise reichern Blätter von A. halleri Zink, Cadmium und Blei an in Konzentrationen, die mehrere Größenordnungen oberhalb der Konzentrationen in normalen Pflanzen liegen. Für diese Schwermetall- Hyperakkumulation ist eine stark erhöhte Schwermetalltoleranz erforderlich. Darüber hinaus ist A. halleri Teil der besonderen Vegetation von hoch spezialisierten Pflanzen auf giftigen Schwermetall-verseuchten Böden. Der Vortrag wird im Zusammenhang wesentliche biologische Fragen diskutieren und Anwendungsperspektiven aufzeigen.

Prof.’ in Dr. Ute Krämer studierte nach dem Abitur 1989 in Alfeld (Leine) Biochemie an der Leibniz Universität Hannover mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1992 wechselte sie mit einem Cecil Rhodes Scholarship an die University of Oxford/Magdalen College und schloss ihr Studium 1996 mit einem D.Phil. am Department of Plant Sciences ab. Es erfolgten Forschungsaufenthalte an der Rutgers University (NATO Fellowship) und der University of California San Diego. 1998 kam sie als Wissenschaftliche Assistentin an die Universität Bielefeld und wechselte im Jahr 2000 mit dem „BioFutur 2000“-Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie als Leiterin einer unabhängig finanzierten Nachwuchsgruppe. Während eines Heisenberg- Stipendiums am BioQuant-Forschungszentrum der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ab 2007 erhielt sie Rufe auf W3 Professuren an den Universitäten in Halle, Aachen und Bochum. Seit 2009 ist sie Leiterin des Lehrstuhls für Pflanzenphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. Sie hat 69 Artikel in internationalen Zeitschriften publiziert, u. a. in Nature als Erst- und korrespondierende Autorin (insgesamt durchschnittlich 97 Zitationen pro Artikel; H-Faktor 35). In den Jahren 2014, 2015 und 2016 wird sie bei Thomson Reuters als Highly Cited Researcher auf dem Gebiet Plant & Animal Science geführt. Seit 2011 ist sie Koordinatorin des Schwerpunktprogramms 1529 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (ADAPTOMICS: Evolutionary plant solutions to 16 17 ecological challenges – molecular mechanisms underlying adaptive traits in the Brassicaceae s.l.). Nach Tätigkeit im Board of Advisors der Zeitschrift New Phytologist (2000-2010) ist sie seit 2014 Associate Editor bei Plant Cell & Environment und seit 2015 Reviewing Editor bei The Plant Cell. Sie arbeitet als internationales Mitglied im North American Arabidopsis Steering Committee (NAASC).