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05.04.2017, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 578. Sitzung

Prof`in Dr. Barbara Schmidt-Haberkamp, Bonn: Aktuelle Themen der Postcolonial Studies: Siedlerkolonialismus und Globalisierung

Aktuelle Themen der Postcolonial Studies: Siedlerkolonialismus und Globalisierung, Prof.’ in Dr. Barbara Schmidt-Haberkamp, Bonn

Postcolonial Studies beschäftigen sich im weitesten Sinne mit der Geschichte des Kolonialismus und dessen Fortwirken in der Gegenwart. Einen Teilbereich der Postcolonial Studies bilden die neuen englischsprachigen Literaturen und Kulturen, die im Gefolge der Kolonialisierung weiter Teile der Welt durch das britische Imperium zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert entstanden. Ein Vermächtnis des Britischen Empire ist die Entwicklung des Englischen als lingua franca; im Ergebnis gibt es englischsprachige Literaturen und Kulturen heute nicht nur in Großbritannien und den USA, sondern auch in Australien, Kanada und Neuseeland, in der Karibik sowie in Südasien und einigen Ländern Afrikas. Am Beispiel zweier aktueller Themen gibt der Vortrag einen Einblick in das Arbeitsfeld: die seit den 1990er Jahren entbrannte Diskussion um die fortgesetzte Problematik des Siedlerkolonialismus, wie sie in den sogenannten australischen „sorry novels“ reflektiert ist, sowie die derzeitige Diskussion um Globalisierung und Ungleichheit am Beispiel zeitgenössischer englischsprachiger Literatur aus Indien und Pakistan, hier Aravind Adigas preisgekrönter Roman The White Tiger (2008) und Mohsin Hamids Roman How to Get Filthy Rich in Rising Asia (2013).

Prof.’ in Dr. Barbara Schmidt-Haberkamp ist seit 2004 Universitätsprofessorin für anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Rheinischen Friedrich- Wilhelms-Universität Bonn. Von 1977–1984 studierte sie die Fächer Anglistik, Germanistik, Sport und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Gent/ Belgien und Münster, legte 1984 das Erstes Staatsexamen ab und promovierte 1989 mit einer Arbeit über australische Literaturkritik. Von 1989–1996 war sie Wissenschaftliche Assistentin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, 1996–1998 Habilitationsstipendiatin der DFG, und habilitierte sich 1999 mit einer Arbeit zum Zusammenhang von Ethik und Ästhetik bei Shaftesbury. Bis zur Berufung an die Universität Bonn vertrat sie Lehrstühle an den Universitäten Leipzig und Münster. 2004–2008 war sie Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ), 2013–2016 Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für Australienstudien (GASt). Für die DGEJ organisierte sie die Jahrestagung 2008 zum Thema „Europa und die Türkei im 18. Jahrhundert“, für die Gesellschaft für Anglophone Postkoloniale Studien (GAPS) bereitet sie die Jahrestagung 2017 zum Thema „Representing Poverty and Precarity in a Postcolonial World“ vor. Barbara Schmidt-Haberkamp ist seit 2014 ordentliches Mitglied der Nordrhein- Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.