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09.11.2017, 17:00 Uhr

KUNST IM RECHTSFREIEN RAUM? Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Peter M. Lynen, Prof. Dr. Hanns Prütting, Prof. Dr. Hans-Peter Mansel

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "WISSENSCHAFT UND KUNST. Eine Verbindung mit Zukunft" Künstler und Juristen haben eine Haltung gemeinsam, die zugleich Ursprung für heftige Auseinandersetzungen sein kann: Beide reklamieren einen eigenen Anspruch der Erkenntnissuche, der potentiell umfassend ist. Dabei haben beide eine eigene Professionalität entwickelt, die den Außenstehenden oft ratlos lässt. Die Künstler stehen dabei dem Recht in einem Beziehungsgeflecht gegenüber, das sich aus drei Grundsätzen speist: Erstens brauchen Künstler das Recht. Kunst und Recht können in notwendiger Partnerschaft verbunden sein. Das reicht von der Gewährleistung der Kunstfreiheit in einem demokratischen Rechtsstaat bis zu Detailregelungen für Künstler als Urheber, Vertragspartner, Unternehmer oder Angestellte.

Recht kann Kunst und Künstler wirksam  schützen.  Zweitens kämpfen Künstler gegen das Recht, jedenfalls das  in seiner gegenwärtigen Gestalt und Wirkung. Recht und  Kunst können in Antinomie stehen. Hier gibt es nicht nur  unterschiedliche Kulturen, sondern auch handfeste Interessengegensätze.  Künstlern präsentiert sich das Recht nicht  selten als Prokrustesbett, in das sie sich nicht einspannen  lassen wollen.  Drittens kann der Künstler das Recht verändern, weil es  sich sowohl beim Recht als auch bei der Kunst um veränderliche  und nicht um statische Systeme handelt. Exemplarisch  kann man Joseph Beuys nennen, dessen erweiterter  Kunstbegriff bis heute Kunstdefinitionen prägt. Man kann  zudem auf das Vertragsrecht verweisen, welches den  Künstlern Möglichkeiten einräumt, „ihr“ Recht zu gestalten. Die heutige Veranstaltung kann dieses komplexe Verhältnis  nicht abschließend behandeln, sie wird aber auf Fragen des  Beziehungsgeflechts von Kunst und Recht exemplarisch  eingehen. 

Programm

  • Begrüßung 17.00 Uhr: Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vorträge

  • Kunst und Recht – Einführung in ein Spannungsfeld, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter M. Lynen, Düsseldorf
  • Der Fall Gurlitt – Raubkunst oder Kunstraub?, Prof. Dr. Dr. h.c. Hanns Prütting, Köln
  • Ludovico Carracci auf dem US-Kunstmarkt: Zwangsverkauf als Rechtsmangel, Prof. Dr. Heinz-Peter Mansel, Köln