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29.11.2017, 17:00 Uhr

Ursprünge des Lebens. Wo lebten die ersten Zellen, und wovon? Vortrag von Prof. Dr. William F. Martin

Wie haben die ersten Zellen gelebt? Wo haben sie gelebt und vor allem wovon? Diese Fragen hat die Gruppe um Prof. Martin mithilfe mikrobieller Genomdaten untersucht. Die Daten sprechen dafür, dass der letzte universelle gemeinsame Vorfahr allen Lebens, Luca, (engl: last universal common ancestor) wahrscheinlich von Gasen lebte und zwar in einer Umgebung, die heutigen Tiefsee-Hydrothermalquellen sehr ähnlich war.   Im Vortrag präsentiert er Ergebnisse aus seiner Forschung, die erste Einblicke in die Physiologie und das Habitat von Luca liefern.

Seit rund 4 Milliarden Jahren gibt es Leben auf unserer Erde. Wie hat das Leben angefangen, und wo? Beim Ursprung des Lebens gibt es viele Debatten, aber in einem Punkt sind sich alle einig: Energie war erforderlich. Betrachtet man das Leben aus der Sicht der Energie, ist das Leben eine chemische Reaktion, eine zwar sehr komplizierte, aber eine chemische Reaktion, die Energie freisetzt. In allen Formen des Lebens gibt es Energie liefernde Reaktionen – man sagt exergone Reaktionen – im zentralen Grundstoffwechsel, die jene chemische Energie liefern, die alle Einzelreaktionen in der Zelle vorantreiben. Alle Lebewesen gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück, weil alle Zellen denselben universellen genetischen Code verwenden. Allen Lebewesen gemeinsam ist auch das Prinzip der Energiekonservierung. Aber die chemischen Reaktionen, die das Leben nutzt, damit Zellen Energie aus ihrer Umgebung umwandeln können, zeigen eine fast endlose Vielfalt. Wie haben die ersten Zellen gelebt? Wo haben sie gelebt und vor allem wovon? Diese Fragen hat die Gruppe um Prof. Martin mithilfe mikrobieller Genomdaten untersucht. Die Daten sprechen dafür, dass der letzte universelle gemeinsame Vorfahr allen Lebens, Luca, (engl: last universal common ancestor) wahrscheinlich von Gasen lebte und zwar in einer Umgebung, die heutigen Tiefsee-Hydrothermalquellen sehr ähnlich war.

Im Vortrag präsentiert er Ergebnisse aus seiner Forschung, die erste Einblicke in die Physiologie und das Habitat von Luca liefern.

Prof. Dr. William Martin, wurde 1957 in Amerika geboren. Nach Schulabschluss in Texas studierte er von 1981 bis 1985 Biologie an der TU Hannover und promovierte 1988 am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Anschließend ging er als Post-Doc an die TU Braunschweig und habilitierte im Jahr 1992 am Institut für Genetik. Seit 1999 ist er Lehrstuhlinhaber am Institut für Molekulare Evolution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wo er die Entstehung der Zellen und die frühe Evolution des Lebens erforscht. Er ist seit 2006 Mitglied der American Academy for Microbiology und seit 2012 Mitglied in der European Molecular Biology Organisation. Seine Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die German-Israeli Foundation, die Anton-Betz Stiftung und den Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. William Martin ist seit 2008 ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Programm

Begrüßung 17.00 Uhr: Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vortrag

Ursprünge des Lebens. Wo lebten die ersten Zellen, und wovon?, Prof. Dr. William F. Martin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Diskussion ca. 18.15 Uhr