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14.02.2018, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 584. Sitzung

Prof. Dr. Reinhard Emmerich, Münster: Justizfolter im kaiserzeitlichen China?

 

 

Justizfolter im kaiserzeitlichen China?

Prof. Dr. Reinhard Emmerich, Münster

 

Erst im Jahr 1905, ein halbes Jahrzehnt vor dem Ende des Kaiserreichs, ist in China die Einsetzung von Folter zur Erpressung von Geständnissen oder Zeugenaussagen in Kriminalfällen verboten worden.

Anders als in Europa hat allerdings in China, das keinen Thomasius und keinen Beccaria, keinen Friedrich von Spee und auch keinen Montaigne kannte, keine systematische, Argumente fort- und weiterentwickelnde Auseinandersetzung mit Folter stattgefunden.

Chinesische Ansichten über Folter müssen stattdessen eher kleinteilig aus so disparaten Quellen wie Erzählungen und Dramen, Handbüchern für Verwaltungs- und Justizbeamte, aber auch Gerichtsakten aus der jüngsten Dynastie (Qing, 1648-1911), die erst allmählich für ausländische Forscher zugänglich gemacht werden, erschlossen werden. Das ist die Aufgabe des Vortrags.

Prof. Dr. Reinhard Emmerich ist Direktor des Instituts für Sinologie und
Ostasienkunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Nach seinem Studium der Sinologie, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Heidelberg, Peking und Hamburg, das er 1981 abschloss, war er Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg.

Von 1985 bis 1988 war er Gastforscher in Kyoto und der Universität Washington, Seattle.

1992 erfolgte die Habilitation. Von 1985 bis 1986 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Asienstudien, Universität Hamburg.

Seit 1997 ist er Professor für Sinologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

1997 hatte er zudem eine Vertretungsprofessur für Sinologie an der Universität zu Köln inne. Hinzu kommen Gastprofessuren an der Kyoto University und der University of Washington, Seattle.

Reinhard Emmerich ist seit 2011 ordentliches Mitglied der Klasse für Geisteswissenschaften der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.