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13.06.2018, 15:00 Uhr

Klasse für Geisteswissenschaften, 587. Sitzung

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Wolter, Bonn: Die Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu. Historische Rekonstruktion und theologisches Interesse

 

Die Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu. Historische Rekonstruktion und theologisches Interesse

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Wolter, Bonn

Man kann sagen, das Christentum beginnt mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu. Als historisches Ereignis, das den Beginn des Christentums markiert, ist damit nicht die Auferstehung Jesu als solche bezeichnet, sondern der Glaube an sie bzw. die Rede von ihr. Dementsprechend gibt es auch keine Quellen, die den Anspruch erheben, die Auferstehung Jesu zu beschreiben. Erzählt wird vielmehr immer nur, wie Menschen zu Erkenntnis der Auferstehung Jesu kommen.

Im ersten Teil des Vortrags soll es um die historische Frage gehen: Welche Erfahrungen waren es, die zur Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu geführt haben? Dabei wird herauskommen, dass die Rede von der Auferstehung Jesu nicht auf eine historisch rekonstruierbare Wirklichkeit verweist, sondern als Deutung von bestimmten Erfahrungen verstanden werden will.

Im zweiten Teil geht es um diesen Deutungscharakter der Rede von der Auferstehung Jesu: Mit Hilfe eines traditionsgeschichtlichen Blicks in die jüdische und hellenistische Umwelt des frühen Christentums soll das semantische Profil von antiken Auferstehungs-, Erhöhungs- und Entrückungsvorstellungen sichtbar gemacht werden, das in die Rede von der Auferstehung Jesu eingeflossen sind und das für ihre theologische Eigenart bestimmend geworden ist.

Ergebnis wird sein, dass die Rede von der Auferstehung Jesu von jüdischen Voraussetzungen her zu erklären ist in innerhalb dieses Deutungszusammenhangs ihr Alleinstellungsmerkmal in der Gewissheit findet, dass Gott die Selbstauslegung des historischen Jesus ins Recht gesetzt hat.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Wolter studierte von 1969 bis 1973 Evangelische Theologie in Berlin, Heidelberg und Göttingen. 1977 Promotion in Heidelberg.

1977–1983 Redakteur der Theologischen Realenzyklopädie (TRE) beim Verlag Walter de Gruyter in Berlin. 1983–1988 Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Mainz. 1986 Habilitation. 1988 Auszeichnung der Habilitationsschrift mit dem Hanns-Lilje-Preis zur Förderung Wissenschaftlicher Theologie durch die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 1988 Vertretung einer Professur (C 3) für Neues Testament an der RWTh Aachen.

1988–1993 Professor (C 4) für Biblische Theologie an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth.

1993–2016 Professor (C 4) für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

1998–2013 Geschäftsführender Herausgeber der „Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche“ (ZNW).

Gastprofessuren an der Universität Oxford (2003), der Sankt Petersburg Christian University (2003) und der Facoltà Valdese di Teologia in Rom (2004, 2008, 2013 und 2016).

Seit 2004 Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Universität Pretoria. 2002–2004 Präsident des Colloquium Oecumenicum Paulinum in Rom.

2017/2018 Präsident der Society for New Testament Studies (SNTS).

2016 Dr. h.c. Universität Athen.

2016 Verdienstmedaille der Chrześcijańska Akademia Teologiczna, Warschau. Michael Wolter ist seit 2001 ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.