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06.07.2018, 16:00 Uhr

Immanente Grenzen in Wissenschaft und Kunst

3. Veranstaltung aus der Veranstaltungsreihe "Horizonte und Grenzen in Wissenschaft und Kunst"

Existieren Grenzen in der Wissenschaft? Vertragen sich Grenzen mit dem Begriff von Kunst? Limitierungen widersprechen dem allgemeinen Verständnis von Wissenschaft und Kunst als schran-kenlose, nur sich selbst verantwortliche Disziplinen. „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ heißt es in Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Diese gesetzliche Freiheitsgarantie ist alles andere als selbstver-ständlich, eine große historische Errungenschaft – gerade mal 69 Jahre alt und in anderen Staaten gar nicht existent oder ständig bedroht.


Dennoch aber haben auch hierzulande Kunst und Wissenschaft täglich mit Begrenzungen zu tun. Es gibt selbst geschaffene aus fachlichen Gründen oder von außen gesetzte durch eingeschränkte finanzielle Mittel für Forschungsvorhaben oder Kunstprojekte. Auch ist Wissen kein absoluter Wert an sich, es unterliegt gesellschaftlicher Akzeptanz und ethischen Grundsätzen. Die Euthanasie-Forschung der Nationalsozialisten zum Beispiel hatte diese Gren-zen eindeutig überschritten. Gibt es also schädliches Wissen?Auch diese Frage wird die Veranstaltungsreihe stellen. Sie will den verschiedenartigen Limitationen von Wissenschaft und Kunst auf den Grund gehen – aus historischer wie aus aktueller Sicht. Es sollen die immanenten ebenso wie die von außen auf-gezwungenen Beschränkungen zur Sprache kommen. Auch die ethischen Folgen von Grenzen respektive Entgrenzungen werden untersucht. Was wäre, wenn Wissen nicht mehr kontrolliert  werden könnte – beispielsweise durch sich verselbstständigende künstliche Intelligenz?

 

Programm

Begrüßung 16.00 Uhr

Prof. Dr. Wolfgang Löwer
Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

 

Impuls-Vorträge

Unendliche Horizonte begrenzten Wissens. Die Theologie im Horizont der Wissenschaften
Prof. Dr. Thomas Söding

 

Die Gedanken sind frei – oder vielleicht doch nicht? Möglichkeiten und Grenzen der Hirnforschung
Prof. Dr. Drs. h.c. Onur Güntürkün

 

Pause ca. 16.50 Uhr

 

Computerbasierte Modellbildung – lassen sich bestehende Grenzen zwischen Technikwissenschaft und anderen Disziplinen überwinden?
Prof.’ in Dr. Stefanie Reese

 

Kopf oder Zahl – Ohne Kunst ist Wissenschaft bedeutungslos
Prof. Anthony Cragg

 

Podiumsdiskussion mit allen Vortragenden

Moderation Prof. Dr. Walter Krämer

 

Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Umtrunk ein.

 

 

Zu den Vortragenden

Professor Anthony Cragg, 1949 in Liverpool geboren, lebt und arbeitet seit 1977 in Wuppertal. Er war bis 2014 Professor und Direktor der Kunstakademie Düsseldorf. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der Cologne Fine Art Award 2012; der renommierte Praemium Imperiale Award Tokyo 2007 und der Gewinner des Turner-Preis 1988. 2008 eröffnete die Cragg Foundation den Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal.

 

Professor Dr. Onur Güntürkün, geboren 1958 in Izmir (Türkei). Nach dem Abitur in der Türkei (1975) studierte und promovierte er in Bochum Psychologie und war dann Postdoc in Paris, San Diego und Konstanz, bevor er 1993 die Professur für Biopsychologie in Bochum annahm. Er hat danach Jahre in Australien, Belgien, Deutschland, Türkei und Südafrika an Tauben, Menschen, Delfinen und anderen Tieren geforscht, bekam zwei Ehrendoktortitel, den Leibniz- und den Communicator-Preis, sowie die höchste Wissenschaftsauszeichnung der Türkei.

 

Professorin Dr. Stefanie Reese, geboren 1965 in Hameln Studium 1984–1990 Universität Hannover, Bauingenieurwesen. Promotion  1994 Technische Universität Darmstadt, Mechanik. Habilitation 2000 Universität Hannover, Mechanik. Professuren 2000–2005 Ruhr-Universität Bochum, 2005–2009 Technische Universität Braunschweig, seit 2009 Rheinisch-Westfälisch Technische Hochschule Aachen. Rufe an die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und die University of Birmingham abgelehnt. Forschungsaufenthalte: Berkeley (USA), Kapstadt (Südafrika), Rom (Italien).

 

Professor Dr. Thomas Söding, geboren 1956 in Hannover. 1974–1980 Studium der Katholischen Theologie, Germanistik und Geschichte in Münster. Dort 1985 Promotion und 1991 Habilitation, 1993–2008 Professor für Biblische Theologie an der Universität Wuppertal, seit 2008 Professor für Neues Testament an der Ruhr-Universität Bochum. Rufe an die Universitäten Hannover und Freiburg (abgelehnt). 2004–2014 Mitglied der Internationale Theologischen Kommission im Vatikan, Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.