AWK - Egidy, Stefanie

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Dr. iur. Stefanie Egidy, LL.M.  (Yale)

Dr. iur. Stefanie Egidy, LL.M.

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern
Kurt-Schumacher-Straße 10 | 53113 Bonn
egidy@coll.mpg.de

“I like crossing the imaginary boundaries people set up between different fields – it’s very refreshing.

There are lots of tools, and you don’t know which one would work. It’s about being optimistic and trying to connect things.”
Maryam Mirzakhani

Vita

Stefanie Egidy (Jahrgang 1984) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes studierte sie Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg und der Universität Bergen (Norwegen). Parallel absolvierte sie ein Begleitstudium im Europäischen Recht. Hiernach widmete sie sich in einem Masterstudium an der Yale Law School dem US-Recht und erlangte dort die Anwaltszulassung (Attorney-at-Law, New York). Ihre Dissertation bei Prof. Dr. Helmuth Schulze-Fielitz untersucht rechtsvergleichend das Spannungsfeld zwischen Finanzkrisen und Verfassungen. Hierzu forschte sie von 2011–2013 als Gastwissenschaftlerin in den USA (Yale Law School, Arizona State University School of Law). Sie erhielt für ihre Arbeit u.a. den Deutschen Studienpreis (Zweiter Preis), den Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg und den Dissertationspreis der Bayerischen Amerika-Akademie. Im Anschluss an das Referendariat mit Wahlstation am Bundesverfassungsgericht (Dezernat des Präsidenten Prof. Dr. Andreas Voßkuhle) untersucht ihr Habilitationsprojekt die Herausforderungen vor die das Phänomen der „Strategischen Prozessführung“ die deutsche und europäische Rechtsordnung stellt.

Forschung

Stefanie Egidy erforscht, wie Verfassungsstaaten auf Drucksituationen und Wandel reagieren. Sie untersucht, wie die Belastbarkeit von Verfassungs- und Verwaltungsordnung sichergestellt werden kann. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei dem konkreten Verhalten staatlicher Akteure vor dem Hintergrund von Gewaltenteilung und Demokratiegebot. Dieses Erkenntnisinteresse führt sie in Rechtsgebiete, die scheinbar wenig gemeinsam haben. Ihre Dissertation arbeitete die Demokratiedefizite des deutschen Finanzkrisenmanagements heraus. Seither beschäftigt sie sich mit den Grundfragen der Verfassung von Finanzmärkten und Zentralbanken in Europa und den USA. Ihr Habilitationsprojekt widmet sich der Funktion von Gerichten, vor allem wenn sie „strategische Prozesse“ entscheiden, wie beispielsweise die Schadensersatzklage eines peruanischen Bauern gegen RWE und die Klage auf die Anerkennung einer dritten Option für den Geschlechtseintrag. Hier sollen Gerichte, anstelle des Gesetzgebers, soziale und gesellschaftliche Probleme lösen. Dies ist auch ein Problem von Demokratie und Gewaltenteilung. Kern ihrer Forschung ist somit das komplexe Zusammenspiel von Gesellschaft und staatlichen Akteuren im öffentlichen Recht. Hier nutzt sie intra- und interdisziplinäre Forschungsansätze und findet Antworten auch mit Hilfe empirischer Methoden.

Ausgewählte Publikationen

Finanzkrise und Verfassung – Demokratisches Krisenmanagement in Deutschland und den USA, Mohr/Siebeck, 2019.

Meinungsmanipulation und Informationszugang in der digitalen Demokratie, in: Lüdemann, Jörn/Hermstrüwer, Yoan (Hrsg.), Meinungsbildung im digitalen Zeitalter, Mohr Siebeck, 2019, i.E. 

Due Process of Lawmaking – The United States, South Africa, Germany and the European Union, Cambridge University Press, 2015, Paperback 2018 (mit Susan Rose-Ackerman und James Fowkes)