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14.01.2021

Junges Kolleg: Ein beruflicher Neustart mitten im Januar-Lockdown

Prof. Dr.-Ing Christoph Hoog Antink ist seit dem 1. Januar Professor für Medizintechnik am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt. Mit diesem Karriereschritt endet sein Akademie-Stipendium. Zwölf Monate war er Mitglied im Jungen Kolleg, und zwar in einem Jahr, das fast ausschließlich von den Corona-Schutzmaßnahmen geprägt war. Wie hat er diese Zeit erlebt? Darüber hat der Ingenieur mit uns im Telefoninterview gesprochen.

Die Umzugskisten sind gepackt. Ende Januar rollt der Möbelwagen an. Dann beginnt für Christoph Hoog Antink im knapp 300 Kilometer entfernten Darmstadt ein neuer Berufsabschnitt. Virtuell hat der 35-Jährige die Professur für Medizintechnik bereits angetreten. „Aktuell läuft ohnehin alles über E-Mails und Videokonferenzen. Deshalb ist es kein Problem, dass ich erst Ende Januar von Aachen nach Darmstadt ziehe“, erzählt er.


Forschungstag des Jungen Kollegs als digitales Format

Durch die Corona-Pandemie hat sich vieles in den digitalen Raum verlagert. Das gilt für die Hochschulen genau wie für die Akademie. Bis zum Antritt seiner ersten Professur war Christoph Hoog Antink Mitglied des Jungen Kollegs. Als sich das Corona-Virus im Frühjahr 2020 auch in Deutschland immer stärker ausbreitete, mussten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten virtuell organisieren. „Ich war im Planungskomitee für den Forschungstag, der im November stattgefunden hat“, erzählt Christoph Hoog Antink und ergänzt: „In diesem Jahr war es ein komplett digitales Format und das hat sehr gut funktioniert.“

Der Ingenieur, der bislang eine Arbeitsgruppe für medizinische Signalverarbeitung an der RWTH Aachen geleitet hat, wurde Anfang 2020 in das Junge Kolleg aufgenommen. Zwölf Monate konnte er von dem Stipendienprogramm profitieren – ein vergleichsweise kurzer Zeitraum. „Natürlich ist es schade, dass meine Mitgliedschaft im Jungen Kolleg nach so kurzer Zeit endet. Ich bin der Akademie für diese Chance aber sehr dankbar“, sagt der Wissenschaftler. Er habe im vergangenen Jahr viele interessante Menschen kennengelernt, die für ihr Fachgebiet brennen und sich in einer ähnlichen beruflichen Situation befanden wie er. „Das war sehr bereichernd“, betont er.


Neue Projekte und Austausch mit der Praxis

Auch deshalb hat sich Christoph Hoog Antink dazu entschieden, dem Jungen Kolleg als „Assoziiertes Mitglied“ für ein weiteres Jahr verbunden zu bleiben. „Ich finde das ist eine tolle Möglichkeit, um die neu geknüpften Kontakte weiter zu vertiefen“, erklärt der 35-Jährige. Die Erfahrungen der Corona-Pandemie könnten hierfür sogar hilfreich sein. Da die Arbeitsgruppen des Jungen Kollegs derzeit ohnehin virtuell stattfinden, kann Christoph Hoog Antink problemlos von Darmstadt aus daran teilnehmen.

In Darmstadt erwartet den Ingenieur eine spannende berufliche Herausforderung. Die neue Stelle passt – um es mit seinen Worten zu sagen – „wie die Faust aufs Auge“. An der TU gibt es seit dem Wintersemester 2018/2019 einen Bachelorstudiengang Medizintechnik. In diesem Jahr startet der entsprechende Masterstudiengang. „Ich kann hier Aufbauarbeit leisten und neue Projekte anstoßen“, sagt Christoph Hoog Antink. Sein Fachgebiet ist die medizinische Informationstechnik. Mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz sollen Fehlalarme auf Intensivstationen reduziert und Ärztinnen und Ärzte bei der Diagnose unterstützt werden. Kontaktlose Messtechnik soll die Überwachung der Vitalparameter etwa bei Frühchen erleichtern. Die Stelle in Darmstadt war auch deshalb für den 35-Jährigen reizvoll, weil die TU im Bereich Medizintechnik mit der Uniklinik Frankfurt kooperiert. Christoph Hoog Antink freut sich auf den Austausch mit der Praxis, der dann hoffentlich irgendwann nicht mehr nur virtuell, sondern auch wieder im persönlichen Gespräch möglich ist.